Volkskundliche Chronik.
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Arbeit mögen die Landesgrenzen gelten, die volkskundliche Forschung darf keine solchenkennen. Mögen der neuen Zeitschrift unter ihrem tüchtigen Leiter nachhaltige und durch-greifende Erfolge in der gesamten gebildeten Bevölkerung des Landes beschieden sein!
Führer durch das Schloß Moosham und seine Sammlungen. In dieser Zeit-schrift ist bereits( Bd. XIV, S. 140 ff.) eine übersichtliche Darstellung der im SchloßMoosham bei Mauterndorf( im Besitz des Grafen Hans Wilczek) aufbewahrten volks-kundlichen Schätze, die zumeist aus dem salzburgischen Lungau stammen, gegeben worden.Vor kurzem ist nun ein ausführlicher Führer durch Schloß Moosham und seine Sammlungen,den Prof. Dr. M. Haberlandt in Gemeinschaft mit dem Schloßverwalter Hans Müllerausgearbeitet hat, erschienen, der nicht nur den zahlreichen Besuchern des Schlosses,sondern auch weiteren volkskundlichen Kreisen kunsttopographisch von Wert und Interessesein dürfte. Neben den zahlreichen und ganz einzigartigen volkskundlichen Schätzen ausdem Lungau sind vom Schloßherrn daselbst auch zahllose Erwerbungen volkskünstlerischerGüter aus den österreichischen Alpenländern untergebracht worden, so daß das Schloßin der Tat ein ganzes österreichisches Volkskunstmuseum darstellt. Man wird daher diein dem, Führer" dargebotenen Einzelnachweise aller dieser Schätze mit wissenschaftlichemGewinn vermerken und benützen können.
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Zur Erneuerung der Volkskunst. Mit besonderer Freude und mit lebhaftemInteresse sei an dieser Stelle anknüpfend an die immer mehr in Fluß kommendeBewegung der Erneuerung und zeitgerechten Fortbildung der bodenständigen Volksarbeitund Volkskunst auf die trefflichen Arbeiten einer jungen oberösterreichischen Künstlerinhingewiesen. Fräulein Gertrud Brunner in Lambach widmet sich schon seit Jahrender Sammlung und dem Studium der volkstümlichen Zierformen und Motive auf dem inreichstem Bilderschmuck und in sinnvoller Ornamentik prangenden bäuerlichen MobiliarOberösterreichs. Als wertvolle Zeugnisse dieses künstlerischen Sammelfleißes befindensich von der Hand Fräulein Gertrud Brunners zahlreiche einschlägige Farbenaufnahmenin den Sammlungen des Museums für Volkskunde in Wien ausgestellt, welche die bäuer-liche Bildkunst auf Schränken, Tischen, Bettstellen und sonstigem Mobiliar namentlichder Lambacher Umgebung in ihrem überraschenden Reichtum abspiegeln. Die Künstlerinhat sich aber auch schon vielfach in sinnvoller Weiterbildung und Kombination des über-lieferten, äußerst mannigfaltigen Volkskunststoffes mit Glück und Geschick versucht. In dervor kurzem in Salzburg stattgefundenen Ausstellung des Salzburger Künstler- und Kunst-gewerbeverbandes war eine Anzahl solcher reizvoller Arbeiten von ihr zu sehen, die vielbemerkt worden sind. Gegenüber der von Seite moderner Künstler verfochtenen Meinung,man solle bei solchen Erneuerungsversuchen auch eine gänzlich neue, selbständige undmodern gerichtete Formensprache versuchen, statt nur an das Alte anzuknüpfen, istnachdrücklichst daran zu erinnern, daß es eine sehr unglückliche Verquickung zweiergänzlich verschiedener Stilrichtungen bedeuten würde, auf bäuerlichen oder zum mindestenaltgeschichtlichen Möbelformen moderne Ornamentik anzubringen. Entwederoder;entweder modern gebautes, materialgerecht behandeltes neues Mobiliar oder ganz ausder Sphäre der volkstümlichen Welt stammend und in ihr verbleibend die bild- undfarbenreich geschmückte Stubeneinrichtung. Es ist erfreulich, die junge Künstlerwelt dem.Heimatgeiste zugewendet zu sehen; wie in der Steiermark in solcher Richtung auf dieBodenständigkeit Kräfte wie Emmi Singer, Franz Winkler und Leo Grimm mit Erfolgwirken, so rührt es sich auch in Oberösterreich, in Tirol, in Vorarlberg vielversprechendunter den schaffenden Kreisen im Sinne innigeren Anschlusses an altes Heimatgut undHeimatwesen und so darf auch der verdienstvollen Tätigkeit des Fräuleins GertrudBrunner voller Erfolg gewünscht und vorausgesagt werden. Was allen diesen jungenstrebenden Kräften in erster Linie zu wünschen ist, sind Aufträge, Aufträge kunst-gewerblicher Ateliers für Wohnungseinrichtung, Aufträge von Architekten und vermöglichenVillenbesitzern, die ihre Wohnräume reizvoll in volkskünstlerischem Geschmack einzurichtenLust und die Mittel haben. Nur so kann sich mit der Zeit die Hebung des Tischler-handwerkes zum völkischen Kunstgewerbe vollziehen, denn dessen Wurzeln steckengleichmäßig in der Überlieferung wie im neu schöpferischen und fort schaffenden Geisteder Gegenwart.