Bibliothek / EigenverlageÖsterreichische Zeitschrift für Volkskunde26 (1920) / Wiener Zeitschrift für Volkskunde

  
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26 (1920) / Wiener Zeitschrift für Volkskunde
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Mitteilungen aus dem Verein und dem Museum für Volkskunde.

gleichenden Gesichtspunkt, der stets unser wissenschaftlicher Leitsternwar, überall Rechnung getragen. Die wissenschaftlche Erforschungder österreichischen Volkskunst und der mit ihr in kulturgeschicht-lichem Zusammenhang stehenden sonstigen europäischen Volkskunst-gebiete, sowie die mustergiltige und vorbildliche Reproduktion des ein-schlägigen Volkskunststoffes in meinen grundlegenden großen Publikationen» Österreichische Volkskunst«( 2 Foliobände mit 120 Licht-drucktafeln) und daraus» Textile Volkskunst aus Österreich<<( 45 Lichtdrucktafeln), ferner» Werke der Volkskunst«( 3 Bände mit100 Lichtdrucktafeln, unterstützt von zahlreichen Mitarbeitern), sowie demWerke:» Volkskunst der Balkanländer« von Dr. Arthur Haberlandt( mit 28 Lichtdrucktafeln) darf hier mit berechtigter Genugtuung als eineder bedeutungsvollsten Leistungen unserer Gesellschaft und ihres Museumsangeführt werden.

Mit dem allergrößten Nachdruck und mit dem Gefühl wahren vater-ländischen Stolzes gedenken wir aber vor allem unserer Hauptschöpfung:der Gründung und glänzenden Entwicklung des Museums für öster-reichische Volkskunde, welches nach 20 Jahren vorbereitendenBestandes in den beschränkten Mieträumlichkeiten des Börsegebäudes nun-mehr im eigenen selbständigen Gebäude( dem ehemals gräfl. Schönborn-schen Sommerpalast) seine gänzliche Neugestaltung erfahren hat und mitdem Sammlungsbestand von über 40.000 Museumsobjekten wohl zu dengrößten und bedeutendsten volkskundlichen Museen Europas zählt. Dashauptsächlichst in glänzender Weise vertretene Sammlungsgebiet desMuseums ist Deutschösterreich. Die bodenständige volkstümlicheKultur, Arbeit und Kunst der deutschen Alpenländer und des Deutsch-sudetenlandes in allen ihren Äußerungen sind hier zur Darstellung ge-bracht. Weitere belehrende Sammlungsgruppen beziehen sich auf dieVolkskunde der Tschechoslowaken, der Polen und Ruthenen sowie derSüdslawen und Romanen, also sämtlicher im früheren österreichischenStaatsrahmen zusammengefaßten Nationalitäten. Endlich ist um diebestehenden nationalen und kulturellen Zusammenhänge im weiteren.europäischen Umkreis aufzuzeigen auch eine Reihe von volkskund-lichen Gruppen aus Deutschland, der Schweiz, Frankreich, Italien, demehemaligen russischen Reich und besonders aus den Balkangebieten zu̟-sammengebracht worden, so daß das Wiener Museum für Volkskundewohl als einziges wissenschaftliches Institut in Europa mit dem öster-reichischen Sammlungskern auch zugleich über eine allgemeine europäischevolkskundliche Sammlung großen Stils verfügt.

Der hohe Bildungswert dieses Museums liegt auf der Hand: dieheimische nationale Kultur wie die verbindenden und vermittelndenBeziehungen der europäischen Völker werden hier in eindruckvollster Artzur Darstellung gebracht. Als Unterichtsmittel für die studierende Jugendund die gesamte Bevölkerung, als Pflanzschule des gewerblichen undkünstlerischen Schaffens in nationalem Geiste, als Wahrzeichen Deutsch-