Bibliothek / EigenverlageÖsterreichische Zeitschrift für Volkskunde26 (1920) / Wiener Zeitschrift für Volkskunde

  
Jahrgang 
26 (1920) / Wiener Zeitschrift für Volkskunde
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Mitteilungen aus dem Verein und dem M seum für Volkskunde.

könne. Aus privaten Hilfsquellen ist in diesem Jahre nur eine bescheidene Unterstützungs-summe dem Museum zugeflossen; wir danken Herrn Kommerzialrat Josef Honig undHerrn Rat Adolf Falkenstein für die Spende von je K 500 als Gründungsbeitragund den im Rechnungsabschluß genannten Förderern für den Erlag von je K 100. VomStaatsamt für Unterricht wurde über besonderes Einschreiten der Direktionvom Herrn Unterstaatssekretär Otto Glöckel, neben der regelmäßigenschon früher bezogenen Subvention von K 5000, ein außerordentlicher Beitrag vonK 10.000 überwiesen und des weiteren als Ablösungspauschale von Eintrittsgeldern( für gelegentlich vom Volksbildungsamt angeordneten Museumsführungen in der Zeit vomOktober 1919 bis Juni 1920) ein Betrag von K 5000 flüssig gemacht. Vom Staats amifür Handel und Gewerbe erhielten wir einen Betrag von K 4000, von derniederösterreichischen Handels- und Gewerbekammer eine Subventionvon K 1200. Der Gemeinderat der Stadt Wien hát in seiner Sitzung am14. November v. J. über Antrag des Herrn Vizebürgermeisters Georg Emmerlingund über Befürwortung des Herrn Direktors der städtischen Sammlungen Eugen Probstdem Verein die Zahlung des Museumsmietzinses von K 10.000 zunächst für die Dauereines Jahres erlassen und einen Barbetrag von K 10.000 pro 1919 bewi ligt. So dankens-wert alle diese Zuwendungen sind, so genügten sie nur zum geringen Teil, um dieKostenanforderungen des abgelaufenen Jahres zu decken. Die Museumsdirektion mußtesich entschließen, einen Teil der Tauschbestände der Sammlungen zu veräußern underzielte damit einen Betrag von rund K 18.000. Es mußte aber trotzdem dem Vereins-vermögen von K 167.961.64( Stand am 1. Jänner 1919) zur Deckung des Gebarungs-defizits im Haushalt des Museums pro 1919 der hohe Betrag von K 84.828-28, alsogenau die Hälfte desselben entnommen werden..

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Bei dieser äußerst ernsten Sachlage besteht nur die Hoffnung,daß die Öffentlichkeit das große gemeinnützige Werk bis es nureinmal vollkommen fertig der Bevölkerung zu Nutz und Ehre über-geben worden sein wird finanziell nicht im Stiche lassen kannund wird. Sicheres Unterpfand hiefür ist uns nicht nur die einsichts-volle Würdigung der hohen volksbildnerischen und heimatkundlich-wissenschaftlichen Bedeutung, die der Leiter des UnterrichtsamtesUnterstaatssekretär Otto Glöckel und die Herren SektionschefsR. Förster- Streffleur und Dr. Heinz bei wiederholten längerenBesichtigungen des Museums auf das Nachdrücklichste zum Ausdruckgebracht haben; ist uns weiter nicht nur die verständnis volleund sympathische Stellungnahme der Wiener Gemeinde-vertretung und der übrigen offiziellen Stellen, sondern besondersauch die helle Freude und der einmütige Beifall all der zahlreichenvon der heimatlichen Eigenart der Museumssammlungen stets innigergriffenen Besucher, die wir bisher gelegentlich der häufigenFührungen empfangen haben.

So dürfen wir mit berechtigter Genugtuung und Zuversichthoffen, daß die in so reichem Maße von allen berufenen Persönlichkeitenund Stellen gelegentlich der fünfundzwanzigjährigen Bestandfeierunserem Verein und seinem Museum ausgesprochenen guten Wünschein sichere Erfüllung gehen werden, im Sinne einer gesteigertenWirksamkeit und erhöhten Bedeutung unseres gemeinsamen Werkesfür alle Zukunft.