Mitteilungen aus dem Verein und dem Museum für Volkskunde.
Tätigkeitsbericht des Vereines und Museumsfür Volkskunde für das Jahr 1919.
Das Berichtsjahr 1919 stand, wie überall im Staat, Gesellschaftund Arbeitsleben, so auch bei den wissenschaftlich- idealem Wirkenhingegebenen Arbeitsgemeinschaften im Zeichen ärgster Behinderungund stets gesteigerter Schwierigkeiten, im größten wie im kleinsten.und bei jedem Schritt. Wenn wir trotzdem ungebeugten Mutes undmit allen Kräften unsere volksbildnerische Tätigkeit, unser wissen-schaftliches und vaterländisches Wirken, das sowohl der Reichs-hauptstadt wie den Ländern zugutekommt, fortgesetzt haben, sogeschah es in der festgewurzelten Zuversicht, daß wir ein notwendiges,von den entscheidenden Lebensmächten unseres Volkes gefordertesWerk vollbringen. Das mühsame Werk der Neuaufrichtung unseresMuseums in den ausgedehnten neuen Sammlungsräumen ist dennauch als die Frucht unserer diesjährigen Anstrengungen in der Haupt-sache zum Abschluß gebracht worden, und die fruchtbringendeWirksamkeit unseres Instituts, die durch die Übersiedlung desselbendurch fast drei Jahre sehr behindert war, hat unter dem allgemeinenBeifall der zuständigen Kreise begonnen, nunmehr auf viel breitererLinie einzusetzen.
Wir blicken auf 25 Jahre des arbeits- und erfolgreichen Bestandesunseres Vereines zurück. Die schlichte, aber um so eindrucks-vollere Gedenkfeier, welche aus diesem erinnerungsvollen Anlaß am11. Jänner d. J. im Museum für Volkskunde stattfand, hat demvaterländisch wissenschaftlichen Wirken des Vereines und dessenGründers und geistigen Leiters in dieser ganzen langen Zeit, demGeneralsekretär und Museumsdirektor Prof. Dr. Michael Haberlandt,reiche und uneingeschränkte Anerkennung gebracht. Aus berufenstemMunde, vom Leiter des Unterrichtsamtes Unterstaatssekretär OttoGlöckel, dem Präsidenten der Akademie der Wissenschaften HofratProf. Dr. O. Redlich, vom Vertreter der Universität Prorektor HofratProf. Dr. F. Becke, wurde nicht nur den bisherigen Leistungen desVereines und seines Museums verdiente Anerkennung gezollt, sondernauch auf die gesteigerte Bedeutung mit dem größten Nachdruck hingewiesen, welche gerade unsere Bestrebungen gemäß den gegen.wärtigen Bildungserfordernissen in immer höherem Maße gewinnen.Wir freuen uns dieser ehrenvollen Feststellungen um so mehr, alssie mit unserem festen Bestreben übereinstimmen, die Wirksamkeit
Wiener Zeitschrift für Volkskunde. XXVI.
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