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Ethnographische Chronik.
III. Ethnographische Chronik.
Mythologische Abende. Wie im Vorjahre( siehe diese Zeitschrift XXIV, 135)werden auch 1919/20 regelmäßig an jedem Freitag von 4 bis 26 Uhr abends im Anthro-pologisch- ethnographischen Institut der Universität( Vorstand: Prof. Dr. R. Pöch) mytho-.logische Abende stattfinden Sie beginnen mit Freitag den 14. November 1919 undsollen Studierenden ebenso wie Vertretern beteiligter einschlägiger Fächer Gelegenheitgeben, den Betrieb der vergleichenden Mythenforschung als Wissenschaft kennen undgegebenenfalls selbst üben zu lernen. Dieses Ziel soll erreicht werden durch Kenntnis-nahme vom Stoffe und den Methoden seiner Verarbeitung und durch gegenseitige Aussprache.Die mythologischen Abende wird auch heuer wieder Herr Dr. Wolfgang Schultzleiten. Gegenstand der Vorträge des Vorjahres bildete eine„ Einführung in die ver-gleichende Mythenforschung", welche nun in Maschinenschrift vorliegt und für neu Hinzu-kommende ein wichtiger Behelf ist, die Ergebnisse des Vorjahres nachzuholen. DieseVorträge und die kleine mythologische Bücherei des Anthropologisch- ethnographischenInstituts können während der üblichen Arbeitszeit im Institut benützt werden. Heuer wirdHerr Dr. Schultz die Abende in der Art eines Seminars handhaben und den Übungen diedeutschen Märchen( besonders die Ausgabe der Brüder Grimm in Reclams Universal-bibliothek, Bd. I Nr. 3191-3193; Bd. II 3194-3196; Bd. III 3446-3450, und die Neu-bearbeitung der Anmerkungen der Brüder Grimm von Bolte- Polivka 1913 ff.) als Quelledes deutschen Mythos zugrunde legen. Die Teilnehmer sollen an Hand desihnen zur Verfügung gestellten Stoffes zu eigener Mitarbeit angeregt werden.
Die mythologischen Abende finden an folgenden Freitagen statt:
1919 November Dezember 1920 Jänner Februar März April Mai Juni Juli
14.
5.
21.
12.
28.
19.
( Weihnacht)
9.
6.
16.
13.
23.
20.
19.
30.
27. 26.
5.( Ostern) 7. 4. 2.12. 9. 14. 11. 9.16% 21. 18. 16.23. 28. 25.
30.
Wiederverwendung der schmiedeisernen Grabkreuze. Die Landesregierungvon Kärnten hat in sehr dankenswerter Weise den nachfolgenden Erlaß an das fürst-bischönliche Gurker Ordinariat in Klagenfurt gerichtet, dessen Anregungen auch in denübrigen Alpenländern Beachtung verdienen:
Es wurde mehrfach die Wahrnehmung gemacht, daß sich in den Friedhöfen desLandes an verborgenen Stellen oft ganze Ansammlungen von alten außer Gebrauch ge-setzten schmiedeisernen Grabkreuzen befinden, die regelmäßig einen nicht unbetrachtlichenhandwerklichen und auch oft künstlerischen Wert aufweisen. Wenn sie in ihrem Bestandeauch oft nicht direkt bedroht sind, so sind sie doch in absehbarer Zeit dem Untergangegeweiht, da sie langsam vom Rost zerfressen, vom Unkraut überwuchert werden, umschließlich als wertloses Gerümpel entsprechend zu endigen.
Da sich. wie erwähnt, darunter regelmäßig wertvolle Stücke befinden, so wäre esgut, generelle Maßnahmen für ihre möglichste Erhaltung zu treffen, beziehungsweise Vor-schriften oder Anregungen herauszugeben, oie deren Sicherung bis zu einem gewissenGrade erreichen könnten. Als solche gestattet sich die Landesregierung die Herausgabeeines Erlasses an alle unterstehenden Pfarrämter anzuregen, in dem dieselben auf diemomentane Lage aufmerksam gemacht und eingeladen werden, die Bevölkerung für dieWiederverwendung der alten schönen Grabkreuze zu interessieren, die schon durch diebloße Tatsache der Handarbeit den modernen Gußwaren weit überlegen sind.
Sollte dieser Appell, was zu befürchten steht, nicht die nötige Wirkung haben,so wären die Pfarrämter einzuladen, die Wiederverwendung der Kreuze selbst in dieHand zu nehmen und sie etwa auf bezahlte, aber verwahrloste Grabstätten von Amtswegen anbrigen zu lassen.
Die Landesregierung glaubt, daß einige Beispiele genügen werden, um der Bevölkerungzu zeigen, wie weit die alten Kreuze den neuen Fabriksprodukten überlegen sind, unddaß die Kosten der Herrichtung eines Kreuzes unmöglich bedeutende sein können. Esdürfte in den meisten Fällen genügen, den Rost zu entfernen und das Eisen neu anzu-streichen, um das Kreuz auf Jahre hinaus zu sichern.
In zweifelhaften Fällen wird das Staatsdenkmalamt in Wien. I. Auersperg- Palais,jedenfalls gerne mit Rat und Tat zur Seite steben.