Bibliothek / EigenverlageÖsterreichische Zeitschrift für Volkskunde25 (1919) / Wiener Zeitschrift für Volkskunde

  
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25 (1919) / Wiener Zeitschrift für Volkskunde
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Kleine Mitteilungen.

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Diarrhöe der Kälber, selbst rubrartige, angeblich mit bestem Erfolge, angewendet, mit-unter sogar beim Menschen. Sie heißen deshalb auch Bauweh såm; ferner Wurm- m. Wüda Brein wird diese Ampferart endlich genannt, weil sie, besonders durchden Blütenstand, der Kulturpflanze Brein(= Deutsche Hirse) ähnlich sieht.

Johanniskraut( Hypericum perforatum). Le Blgrauda; zu lösseln von Los.Dient nämlich als Liebesorakel. Die abgerissenen Blüten werden von den Mädchen zer-drückt und zerrieben( deshalb auch Rebüsåm); es kann dann ein rotvioletter Saftherausquellen. Dazu sagt man den Spruch;

I leẞl, i leẞl zwoa Liawi zsåm,

San's guat, kimd Bluat,

San's feind, kimd Wein.

Der Reim gut Blut kommt auch anderwärts in diesen Orakelsprüchen vor; man vergl.z. B. Hovorka- Kronfeld, Vergleichende Volksmedizin, 1. Bd., S. 229, für Schlesien.

Berichtigung der wesentlichen Druckfehler.

S. 40 Reichtum an Pflanzennamen. S. 41, Z. 1 das Zeichen å, 3 und, 4 Krån.schädln, 12 Akelei... Glockn, 13 Såfa, 23 das Entgegenkommen der Kommission für dasbayr- öst. Wörterbuch der Akademie..., 34 graveolens, 35 Etymologisches Wörterbuch,7. Auflage, 37 acaulis, 48 Taifstowåg. S. 42, Z. 19 Schon ahd. erscheint für Moos...,23 die Herkunftsbezeichnung des spanischen Flieders, 43 Ranunculaceae. S. 43, Z. 3Hoada(), Heider, Heiderich, 7 Vanüli, 36 Scherpratzln, 43 Kornrade, 45 Nesslseidn. S. 44,Z. 18 Schöla, 20 Cucurbita, 25 Moagrednstempm.

Ein heiliges Kümmernis- Bild.

Von Dr. Heinz Kindermann, Wien.

Einige Jahre vor dem Weltkriege habe ich in der Kapelle der Ruine Reineggbei Sarnthein im Sarntal in Tirol eine Darstellung der heiligen Kumernus gesehen,welche vonden im Museum für österreichische Volkskunde befindlichen bekleidetenDarstellungen ganz abweicht. Ich hielt sie zuerst für ein Kruzifix, bis mich die Kastellaninüber meinen Irrtum aufklärte, die mir auch die Legende von der christlichen Königs-tochter erzählte, der Gott auf ihre Bitte einen Bart wachsen ließ, um sie vor denBewerbungen eines heidnischen Glossar ::: zum Glossareintrag  heidnischen Freiers zu schützen, die aber von ihrem heidnischen Glossar ::: zum Glossareintrag  heidnischenVater zum Kreuzestod verurteilt wurde. Die heilige Kumernus war als eine an ein Holz-kreuz genagelte, gar nicht weibliche, nur mit einem Lendenschurz bekleidete Gestaltmit schwarzem Bart und Haar dargestellt, 1) die auf dem Haupte statt einer Dornenkroneeine Zinken krone trägt. Nach Aussage der Kastellanin war diese Zinkenkrone dasunterscheidende Merkmal gegenüber Christusbildern.

Wenn ich mich recht erinnere, waren die Kreuzhölzer nicht kantig wie gewöhnlich,sondern rund.

1) Die Sage von der heiligen Kümmernis knüpft bekanntlich an das bekleidetealte Christusbild in Lucca an.