Kleine Mitteilungen.
II. Kleine Mitteilungen.
Volkstümliche Pflanzenbenennung im Waldviertel.
Von Dr. Eduard Weinkopf( Dobersberg).
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( Schluß.)
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Löwenzahn( Taraxacum officinale). Mai blo ama oder Maibusch'n nach demMonat der Blütezeit; Busch'n" infolge des blätterreichen Büschels, welches aus der Pfahl-wurzel hervorsprießt. Millibusch'n nach dem Milchsaft der Blätter, die als Viehfuttermilchbildend wirken sollen. Latern' heißt bei den Kindern( auch im Egerlande so,s. A. Böhringer, Volkstümliche Pflanzen des Egerlandes, XIX, Band, S. 32, der Zeitschriftf. öst. Volkskunde, und ähnlich anderwärts) der kugelige, aus Flugsamen bestehendeFruchtstand des Löwenzahns, weil er wie ein Licht ausgeblasen werden kann.
Malve, Kleine( Malva pusilla). Kas båbün,„ Käsepappel", Kaslkrauda. Diescheibehenförmigen Früchtchen( Loa waln) werden mit Käselaibchen verglichen.
Mannestreu( Eryngium campestre). Dondist'l( Donarsdistel?). Kreuzdistel;die weißlichen Blätterspieße bilden unmittelbar unter dem Blütenkopf ein Kreuz..
Nachtschatten, Bittersüßer( Solanum dulcamara). Bittasia B wegen desGeschmackes; Thaytee( in Weikertschlag), weil er vorzüglich am Ufer des Thayaflusseswächst und als Heiltee verwendet wird.
Narzisse, Gelbe( Narcissus pseudonarcissus). Mirznbecha. Nach Zeit undForm der Blüte.
Nelke( Dianthus u. a.), auch Gewürznelke( Caryophyllus aromaticus). Na gal,„ Nägelchen“; nach der Form, indem der Kelch den Stift, die senkrecht darauf sitzende,scheibenförmige Blüte den Kopf darstellt. Das schriftdeutsche Wort Nelke bedeutet jagleichfalls Nägelchen und ist aus der niederdeutschen Form des Wortes entstanden.
Nelkenschwindling( Marasmius caryophylleus). Roa¤nagal, da er auf Feld-rainen wächst und Nelkenform hat. Der Name fällt mit dem Volksnamen der Steinnelkezusammen; eine Verwechslung ist ja im Zusammenhange der Rede nicht gut möglich.
Nelkwurz, Gemeine( Geum urbanum). Bedllais. Die mit Widerhaken versehenen,braunen, länglichen Samen heißen wegen ihres Aussehens und weil sie sich gleich Unge-ziefer an die Kleider des Vorbeischreitenden anhaften,„ Bettlerläuse". Höfer- Kronfeld( DieVolknamen der niederösterreichischen Pflanzen, in den Blättern des Vereines für Landes-kunde von Niederösterreich 1889) verzeichnen diesen volkstümlichen Namen für nichtweniger als drei Pflanzenarten( Borstengras, Spitzklette und Dreiteiligen Zweizahn, fürletzteren auch Schreiber- Benda), nicht aber für die Nelkwurz.
Odermennig( Agrimonia eupatoria). Lungan tee; der Absud wird gegen Lungen-leiden gebraucht.
Pappelrose( Althaea rosea). Schnidros'n; sie blühen zur Zeit des Kornschnittes( vergl. unter Steinnelke). Schalúros'n, wohl weil sie, im Gärtchen dicht vor denFenstern der Bauernhäuser gepflanzt, über die Holzladenjalousien derselben emporragen.
Pechnelke( Viscaria vulgaris). Pickada Håhndidl oder Pickada Kikariki,„ klebriges Hähnchen. Håndd und Kikariki bezeichnen die Kuckuckslichtnelke, der diePechnelke bei oberflächlicher Betrachtung ähnlich sieht jedoch ist letztere an den Stengel-gelenken stark klebrig.
Preiselbeere( Vaccinium Vitis idaea). Gran kaln, Grankalbee'n, Grank al-grauda.Eine sichere Etymologie dieses im bayrisch- österreichischen Sprachgebiet( auch in der Form Granten und ähnlich für verwandte Pflanzen mit steifen Blättern) weitverbreiteten Namens läßt sich noch nicht aufstellen. Max Höfler in der, VolksmedizinischenBotanik der Germanen" bringt Granten mit der vorgermanischen Wurzel grendh,, knirschen", wegen der rauschenden Blätter, zusammen.
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