Gesellschaft, die über die einst bestehende landwirtschaftliche Lehrkanzel derTechnischen Hochschule in Graz an das Joanneum gekommen war, vom Volks-kundemuseum und der Abteilung für Kulturgeschichte und Kunstgewerbe unse-rem Museum übergeben. Von den mehr als zweihundert Modellen verschieden-ster landwirtschaftlicher Geräte wurde ein Teil für den Erzherzog- Johann-Raum ausgewählt; die restlichen sollen nach einer zum Teil notwendigen Restau-rierung und Präparierung gelegentlich in einer Sonderausstellung der Öffentlich-keit gezeigt werden. Ergänzt ist die Schau durch Bild- und Archivdokumentezur Geschichte der Landwirtschafts- Gesellschaft und über den persönlichenEinsatz des Erzherzogs.
In einem schmalen Durchgang beginnt der allerdings nicht vollständigeQuerschnitt durch das Sammelgebiet: Die Waldnutzung zur Gewinnung vonHolz und Streu, mit Beerensammeln und Brandwirtschaft. Dieser Teil wirdbereits 1975 ebenso wie die Viehzucht im Erdgeschoß ausführlicher dargestelltwerden. Raum 3 dokumentiert den Ackerbau, Gartenbau und die Heugewinnung.Raum 4 ist einerseits dem Dreschen, einschließlich Getreideausschlaggen, undWinden, anderseits dem Messen und Wägen gewidmet. Im großen Raum 5haben Platz gefunden: Die Ölgewinnung aus Kürbiskernen, ein in der südlichenSteiermark wichtiger Zweig der Nahrungsbeschaffung; das Stampfen, Mahlenund Speichern von Getreide und Samen; die Milchwirtschaft; Kraut und Rüben;Schlachten und Selchen. Der 6. Raum zeigt in seinen Exponaten das Kochenüber dem offenen Feuer und auf dem Sparherd, das Brotbacken und dieWasserversorgung. Im Raum 7 wurde in Anlehnung an den vorhandenenKachelofen im Empirestil eine kleine Sammlung aus den Beständen an Ton-gefäßen zusammengestellt: Backmodel, Schüsseln, Krüge usw. im letzten Raumder Zimmerflucht ist ein Einblick in das bäuerliche Wohnen gegeben worden.Anlaß für die Einrichtung dieses Raumes war der Erwerb einer bemaltenHolzdecke aus einem Bauernhaus in der Gegend von Stainz. Mit einfacherZimmermannsmalerei gezierte Holzdecken gab es offenbar in dieser Gegendhäufig, doch sind fast alle später überstrichen worden. Das war auch beiunserer Decke der Fall, die nach Entfernung von vier Farbschichten in müh-samer Restaurierarbeit heute wieder in aller Schönheit dasteht. Bei der Wieder-aufstellung wurde bewußt auf den Einbau der ganzen Stube verzichtet, viel-mehr eine möglichst leichte Konstruktion als Träger für die Devcke versucht,die über einem gezimmerten, innen verputzten sogenannten„ Seitenstübl” an-gebracht war. Die Möbel im Stübl stammen aus der Umgebung von Stainz, dieaußerhalb im Raum stehenden aus der Oststeiermark. In einem schmalenSeitengang entlang der drei letzten Räume wurden einige Bildzeugnisse zumThema bäuerliche Wirtschaft und Volksfrömmigkeit angebracht.
Wie bereits erwähnt, soll das Museum im Frühling 1975 nach der Winter-sperre ab Allerheiligen sieben weitere Ausstellungsräume im Erdgeschoß um-fassen. Die großen Geräte der Brandwirtschaft, die uns als wertvolles Erbevon der Bauernausstellung überkommen sind, werden mindestens einen Raumbeanspruchen. Weiters soll die übrige Waldnutzung und die Viehzucht in jeeinem Raum dargestellt werden. Der Eingangsraum mit der Kassa wird sichvoraussichtlich diesem Themenkreis einordnen. Drei Erdgeschoßräume mitsepariertem Eingang bieten sich für Wechselausstellungen an. Vorausgesetzt,daß noch die finanziellen Mittel für den Ankauf weiterer Vitrinen zu beschaffensind, soll die erste 1975 stattfinden und unseren großen Bestand an Backmodelnverschiedenster Form und aus verschiedenen Materialien, v. a. aber aus Ton,zeigen und zugleich einen Einblick in das bäuerliche Backen überhauptvermitteln.
Die folgende Erweiterung der Ausstellungsräume hängt vom Fortschreitender Bauarbeiten ab, die im zweiten Stockwerk voraussichtlich im Winter 1974/75
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