Jahrgang 
77 (1974) / N.S. 28
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gegen einen kleinen Geldbetrag geweihten Roggen, der dann imHerbste unter den Samenroggen gemischt und ausgesät wird." Pliemit-scher gibt mit dieser Beschreibung in wesentlichen Zügen die Wall-fahrtsdaten an, den Austausch des ungeweihten gegen den geweihtenRoggen und den daraus resultierenden Vorsatz, diesen geweihten Rog-gen bei der Aussaat des Wintergetreides zu verwenden. GeorgGraber, 50), der sich mit dem in unmittelbarer Nähe sich vollziehen-den Vierbergelauf 51) beschäftigt hat, der den Christofberg nicht tan-giert, faßt 1934 in seiner Untersuchung ,, Volksleben in Kärnten" diebisherigen Forschungsergebnisse und Wallfahrtsbeschreibungen zu-sammen. Er nennt, ähnlich wie M. Morer, 52) als Wallfahrtstage denDreinagelfreitag( Zweiter Freitag nach Ostern) und die beiden folgen-den Freitage, den Schönsonntag( Sonntag nach Fronleichnam), Jakobi( 25. 7.) und Laurenti( 10. 8.),, der Zielpunkt ganzer Scharen vonWallfahrern. Mit bunten, wehenden Fahnen, auf denen das Bild desRiesen St. Christoph prangt, zieht Prozession an Prozession den Berghinan, um dem hl. Christoph, dem Brotvater Kärntens, die versproche-nen Gebete und Opfer darzubringen." 53) Als Wallfahrtstage geltenheute( Nachforschungen 1970; s. a. Gerndt) der 1. Sonntag nachOstern, der 5. Sonntag nach Pfingsten, Laurentius( mit einem, Um-gang") und der 1. Sonntag nach Allerheiligen. In der Bittwoche wer-den in Christofberg Messen gelesen. Nach den in Christofberg erhalte-tenen Informationen kamen am 5. Sonntag nach Ostern die Wallers-berger, am Freitag danach die Eisenkappler, die Eiser an Christi Him-melfahrt. Am Freitag nach Fronleichnam kamen die Pöllinger und amSamstag die Greitschacher sowie die Wöllnitzer. Die Hauptwallfahrts-tätigkeit konzentriert sich also auf die Zeit zwischen Ostern und Fron-leichnam. Das Fest des Kirchenheiligen wurde/ wird ähnlich wiein St. Christoph in Oberbayern nicht eigens als Christophsfest, son-dern als Jakobitag bezeichnet. Nach M. Morer kamen die Wallfahrer,, von den Dörfern des slowenischen Unterlandes am Fuße des Ursula-berges bis Trixen und Windisch- St. Michael."

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Die Kirche enthält keine Votivgaben. Bemerkenswert ist eine lang-schäftige Christophorusfahne von 1902, die bei den Umgängen ver-

50) Georg Graber, Volksleben in Kärnten, Graz 1934, S. 20 f.

51) Helge Gerndt, Vierbergelauf. Gegenwart und Geschichte einesKärntner Brauchs(= Aus Forschung und Kunst. Für den Geschichtsverein fürKärnten geleitet und herausgegeben v. Gotbert Moro, Bd. 20), Klagenfurt 1973.Über Christofberg vgl. u. a. S. 60, 64 f.( Getreidespende; Gerndt zitiert einenarchivalischen Beleg: 11 virling Roggen nur faustweiß"), 142, 172 f.( archi-valischer Beleg von 1772, der über Wallfahrten berichtet, unzahliche menge").52) Mathilde Morer, St. Christoph in Kärnten, in: Carinthia I. Mittei-lungen des Geschichtsvereins für Kärnten 95/1905, S. 25-27.

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53) Morer a. a. O., S. 26.