Jahrgang 
77 (1974) / N.S. 28
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die Figur des Heiligen so arg gelitten, besonders Nase, Finger, Beine undZehen, daß 1907 eine durchgreifende Ausbesserung als notwendig erschien unddem Bildhauer Gröbner die Ausführung übertragen wurde."

Die Renovierung bzw. Verlegung von ihrem Standort im Freienin die Kirche und ihre Sicherung durch ein Gitter erfolgte zu der Zeit,als die Kinderfußwanderungen bereits kaum noch durchgeführt wur-den. Die Kinder traten nach Eröffnung der Arlbergbahn in Bahntrans-porten, die von Geistlichen begleitet wurden, die Fahrt zu den Arbeit-gebern im Allgäu an.

Kapelle und Hospiz wurden 1956 durch Brand zerstört, damitauch die 2,7 m große Christophorusfigur; heute gibt es nur nocheine Kopie.

3. Kärnten

a) Christofberg

Die einzige Christophoruswallfahrt Österreichs, die heute nochbestimmte, meßbare Frequenzzahlen aufzuweisen hat, ist die WallfahrtChristofberg nördlich von Klagenfurt. Es ist ein im Kern gotischer,später barock und modern überarbeiteter Bau. Er besitzt ein weiträu-miges, flachgedecktes Schiff, der Chor ist kreuzgewölbt. Im Westen istan die Kirche eine Säulenvorhalle gesetzt, die im Wallfahrtsbetrieb einewesentliche Rolle spielt. 48)

Ein erster ausführlicher Bericht über die Wallfahrt wurde in derCarinthia 1897) vorgelegt, in dem Anton Pliemitscher darauf hin-weist, daß nach dem ersten Roggenschnitt der christliche Hausvateroder eines seiner Familienmitglieder" eine Wallfahrt zum Christof-berg unternehmen würde, als Termine kommen nach Pliemitscher derJakobitag oder einer der darauffolgenden Sonntage" in Frage. DerWallfahrer ,, nimmt ein bestimmtes Quantum des neu eingebrachtenRoggens mit, um denselben dort zu opfern, wofür er dann geweihtenRoggen erhält. Wer keinen Roggen zum Opfern mitgebracht hat, erhält

48) Vgl. Karl Ginhart, Die Kunstdenkmäler des politischen BezirksSt. Veit, Gerichtsbezirk St. Veit, Althofen und Eberstein(= Die Kunstdenk-mäler Kärntens Bd. VI, 2), Klagenfurt 1931, S. 65.

In einem im Konsistorialarchiv in Salzburg vorhandenen Visitationsproto-koll von 1659/60 wird vermerkt, daß die mit drei Altären ausgestattete KircheWallfahrtskirche ist, ob magnam frequentiam peregrinorum."( Frdl. HinweisDr. Hans Spatzenegger.) Vgl. auch Walter Fresacher, Gotberg Moro,Jakob Obersteiner, Richard Wanner, Hermann Wiessner, Erläu-terungen zum Historischen Atlas der Österreichischen Alpenländer, II. Abtei-lung: Die Kirchen- und Grafschaftskarte, 8. Teil Kärnten, 2. Ost- und Mittelkärn-ten nördlich der Drau(= Archiv für Vaterländische Topographie Bd. 52), Kla-genfurt 1958, S. 106 f.

49) Anton Pliemitscher, Der heil. Christophorus als Brotpatron, in:Carinthia I. Mittheilungen des Geschichtsvereins für Kärnten 87/1897, S. 91 f.

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