Jahrgang 
77 (1974) / N.S. 28
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Legende zur Karte

Die Karte kann nur eine, von Fall zu Fall zu revidierende Orientierungüber die Kultausbreitung geben. Die Informationen wurden im wesentlichenaus Rosenfeld und Aurenhammer entnommen und kartografisch übertragen.

Bei vielen Ländern ist ein direkter Einfluß aus dem byzantinischen Bereichin der ersten Verehrungsphase( 5.- 7. Jahrhundert) anzunehmen, ohne daß sichregionale Kulte entwickelt hätten. Zur Ausbildung von Kultlandschaften immittel-, südwest- und nordwesteuropäischen Bereich kam es erst im hohen Mit-telalter, als sich der Kult in Italien fest etabliert hatte und von hier von einersozusagen breiten Basis aus unter der geistigen Führung von Rom nach Nordenund Westen ausgriff. Erst jetzt kann man nach Art eines Fahrplans Ankunfts-zeiten ermitteln und ein sukzessives regionales Vorschreiten konstatieren. DieAusbreitung des Kults erfolgte vor allem über die mittelalterlichen Pilger- undHandelsstraßen. Die Daten für Sindelshausen in der Diözese Freising- 772-sind der früheste deutsche Beleg; Papst Agapet II( 946-955) schenkte Reliquiendes hl. Christophorus an Erzbischof Bruno von Köln.

Im 11. Jahrhundert war England Teil der Kultlandschaft, nachdem eindirekter Einfluß aus Byzanz im 9. Jahrhundert noch nicht zur Ausbildung desKults geführt hatte.

Als Grenze der mittelalterlichen Verehrung des hl. Christophorus nachOsten kann man die Elbe- Saale- Linie annehmen. Zwischen dem 14. und16. Jahrhundert drang der Kult über diese Grenze vor und erreichte die Slo-wakei und Ungarn. Der Karpathenraum bildete die östliche Barriere, die offen-sichtlich nicht überschritten wurde, so daß es zu keinem geschlossenen Kult-kreis kam.

Über die Christophorusverehrung im Ostbaltikum um die Stadt Riga vgl.Oskar Loorits, Die Christophorus- Legende im Ost- Baltikum, in: Die Nach-barn. Jahrbuch für vergleichende Volkskunde, 2/1954, S. 89-93.

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