Jahrgang 
76 (1973) / N.S. 27
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angesichts des mächtigen II. Bandes, der die geistlichen Lieder, speziell die fürdie Gottschee so charakteristischen Legendenlieder enthält.

Der Band umfaßt also die Liednummern 126 bis 291, und enthält alleAufzeichnungen aus den Sammlungen Hauffen und Tschinkel, aber auch allesandere, was inzwischen eingebracht wurde, also die Aufzeichnungen von Jo-hannes Künzig und Waltraud Werner, von Kurt Huber, von RichardWolfram, von Karl M. Klier und von Maria Kundegraber. Wir stellenmit einem gewissen Vergnügen fest, daß also auch unser Jahrbuch des Öster-reichischen Volksliedwerkes noch recht zahlreiche und sehr brauchbare Bei-träge zu dem Gesamtwerk erbringen konnte.

Der Liedschatz gliedert sich in Marienlegenden, Jesuslegenden, dann Gottunter den Menschen in legendenhafter Form und Heiligen- und Martyrer-legenden, worunter auch das Lied von den hll. Kosmas und Damian. Dann folgenWeihnachtslieder, Osterlieder, Lieder zum christlichen Tages- und Lebenslauf,zur Jesusverehrung, und besonders viel zur Marienverehrung, und nur mehrwenig zur weiteren Heiligenverehrung. Das ist also ein gewaltiger Schatz, manbraucht nur an Themen wie Maria im Räuberhaus" oder Maria vor demHöllentor" zu denken, an ,, Jesus und die verräterische Espe" und Regina undJesus". Daß Nr. 159,, Jesus und das heidnische Glossar ::: zum Glossareintrag  heidnische Mädchen" die Hortulanus-Szene am Ostermorgen betrifft, könnte man aus dem Titel nicht entnehmen.

Allgemein volkskundlich gesehen, wird man den Band herzlich begrüßen,aber vor allem auf die Kommentierung warten, die ja erst später erfolgen soll.Leopold Schmidt

Franz Prinz zu Sayn- Wittgenstein, Heimathaus des Rupertiwinkelsin Tittmoning an der Salzach(= Die Bayerischen Heimat-museen, Bd. II) München und Assling o. J., Verlag für Behörden undWirtschaft R. Alfred Hoeppner. 24 Seiten, 99 Abb. auf Tafeln.

Tittmoning an der Salzach war elfhundert Jahre lang salzburgischer Be-sitz. Wenn es heute vom bayrischen Ufer der Salzach herübergrüßt, nimmtman also immer noch die mächtige Pflegerburg wahr, und in ihr befindet sichdieses Heimatmuseum, das zu den reichsten der Gegend gehört, mit vielenstarken Beziehungen zu Salzburg einerseits, aber selbstverständlich auch in denChiemgau hinaus. Schließlich stammt ein Teil der Sammlungen ja von Kano-nikus Kottmayer, der einstmals seine Sammlung in Waging zusammen-brachte.

Diese umfangreiche Heimatsammlung eines unserer allernächsten Nach-bargebiete ist verhältnismäßig schlicht aufgestellt, zum Teil müssen schon diealten Räume, besonders der Getreidekasten mit den Schützenscheiben, für sichwirken. Es ist sehr erfreulich, daß das Bayerische Landesamt für Denkmalpflegees unternommen hat, für einen Führer durch dieses wenig bekannte und dochsehr reiche Heimatmuseum zu sorgen. Torsten Gebhard hat das sach-kundige Vorwort verfaßt, Prinz Sayn- Wittgenstein den Katalog nachRäumen und Sachgruppen angelegt. Die Texte sind kurz, aber inhaltsreich,und, wie das Literaturverzeichnis zeigt, auf die zuständige Literatur gestützt.Ein sehr großer Vorteil dieses Führers ist die reiche Bebilderung. Es sindzwar nur Schwarzweiß- Abbildungen, auch von den zum Teil farbig sehrinteressanten Möbeln. Aber man nimmt doch köstliche Stücke wie beispiels-weise den ,, Türkenofen"( Abb. 66) oder die Sammlung der Grabkreuze( Abb. 60bis 65) mit Interesse zur Kenntnis. Besonders wertvoll erscheint, daß so vieleSchützenscheiben( Abb. 70-96) abgebildet werden konnten. Angesichts desReichtums der Sammlung würde man sich sogar eine noch umfangreichereDarstellung wünschen, freut sich aber jetzt schon über den wertvollen Katalog.Leopold Schmidt

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