möbeln aus der Bretagne führungsmäßig der Übergang zu den Blankholzmöbelnder Frühen Neuzeit ergab. Zu diesen frühen Truhen wurden auchVergrößerungen von entsprechenden spätmittelalterlichen Holzschnittenmit Möbeldarstellungen gehängt, um wenigstens einen knappen Hinweis aufdie Möbelgeschichte zu geben. Im Saturnzimmer folgen dann die zum Teilebenfalls unbemalten Möbel aus Tirol und Salzburg, also Himmelbetten des17. und Aufsatzbetten des 18. Jahrhunderts. Proben der Nonsberger Truhen,der Alpbacher Möbel und vor allem der Pinzgauer Blankholzmöbel füllen denRaum, Farbkopien einiger Möbeldetails und ein großes Votivbild aus Maria imGrübel mit der Darstellung eines barocken Himmelbettes sollen die Dar-bietung unterstreichen. Im nächsten Raum ist dann die Blütezeit des bemaltenMöbels an einigen bezeichnenden Proben dargetan. Da stehen die blauen unddie grünen Zillertaler Möbel den Kronstorfer und Hirschbacher Kasten undLadenkasten gegenüber, und ein großer Linzer Reiterkasten läßt seine Collage-Bebilderung ablesen. Von dort aus gehts in die„ Sala", wo vier Betten inKreuzaufstellung die Saalmitte füllen. Vom Offenhausener Bett von 1785 gehtes zu dem wichtigen Egerländer Himmelbett um 1810 mit den bezeichnendenModedarstellungen. Auch hier werden wieder Betten und Wiegen auf mehrerenVotivbildern zur Erläuterung der großen Stücke gezeigt. Die Wiegen sind demFreskosaal vorbehalten, in dem man nur in der Raummitte aufstellen kann,und daher versuchen mußte, die übereinander gestellten Wiegen, je dreibeschnitzte und drei bemalte, den frischen Möbelaquarellen von Sas- Zalo-ziecky gegenüberzustellen. Diese und die vorzügliche Farbkreidezeichnungenvon Gertrud Wimmer- Brunner erleichtern in allen Räumen dem Be-sucher das„ Mitlesen" der einzelnen Möbelformen und Zierformen. Einebesondere Intensivierung dieses„ Mitlesens" wäre ja auch durch die verstreutaufgestellten„ Kleinmöbel" möglich. Vielleicht nimmt sich der eine oder andereBesucher die Mühe, anhand des Kataloges nachzuprüfen, was die zum Teilsehr schönen Vertreter dieser Gruppe, vor allem die in den Museumsinventarenmeist als„ Schmucktrüherln" bezeichneten Kleinmöbel möbelgeschichtlich aus-zusagen vermögen.
Die Ausstellung wurde am 18. Mai wohl geöffnet, aber infolge der nachNiederösterreich eingeschleppten Maul- und Klauenseuche nicht er öffnet.Der Besuch ist dennoch möglich, wovon auch genügend Fremde und Ein-heimische dauernd Gebrauch machen. Zur Ausstellung erschien ein großesZwei- Bogen- Plakat, das vor allem in Wien für Gobelsburg werben soll, undder 64 Seiten starke Katalog mit seinen 2 Farbtafeln und 12 Schwarz- Weiß-Abbildungen auf Tafeln( Österr. Museum für Volkskunde, Preis$ 25,-).
Schdt.Sonderausstellung„ Ratschen und Ratschenbuben" des N.-Ö. Landesmuseums.
,, Ratschen und Ratschenbuben", so hieß die Sonderausstellung, welche vom6. April bis 6. Mai 1973 im N.-Ö. Landesmuseum gezeigt wurde. Die zurVerfügung stehende Ausstellungsfläche war im allgemeinen nach zwei Themen-kreisen gegliedert. Der erste Teil befaßte sich mit den Ratschen, der zweitemit den Ratscherbuben.
Es wurde versucht, die Ratschen zu typisieren, wobei gesagt werdenmuß, daß es sich bei den Bezeichnungen um eher willkürliche handeln mußte.Es wurden jene Benennungen gewählt, welche am weitesten verbreitet sind.Da die Buben zu den selben Zeiten in verschiedenen Orten mit ihren Lärm-instrumenten gehen, haben sie höchstens in der Hauptschule Gelegenheit, dieNamen untereinander abzustimmen. Vielfach haben die einzelnen Orte für ihreInstrumente keine andere Bezeichnung als Ratsche", mag es sich nun um eineFlügel- oder eine Schubkarrenratsche handeln.
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