sche Heizanlage der„ Kunst“ ist übrigens nicht, wie der Text auf S. 86meint, mit der Ofenbank identisch.
Weiters von altem Holzbauwesen im Schwarzwald: Die gedecktenBrücken bei Säckingen( 119) und in Forbach( 25); die Heustadel im Murg-tal( 23); die Mühlen von Dreistegen( 63) und von Hilzingen im Glotter-tal( 72). Bilder alten ländlichen Lebens: Weinlese im Kinzigtal( 45); ausder alten Hausindustrie Uhren( aus Furtwangen[ 61]); Schuddig- Maskenaus Elzach( 65). Dazu so manches Zeugnis alter religiöser Volkskunst,nicht zuletzt der Totentanz in der Beinhauskapelle zu Bleibach( 67).
Man sieht: Ein reicher Bildband, bedacht darauf angelegt, auchvolkskundlich wichtige Züge in der Landschaft nicht zu übersehen.Leopold Schmidt
Ingolf Bauer, Treuchtlinger Geschirr(= KunstwissenschaftlicheStudien, Bd. XLV). 198 Seiten, mit 155 Abb. auf Tafeln und 1 Karte.München 1971, Deutscher Kunstverlag.Mechthild Scholten- Neess und Werner Jüttner, Nieder-rheinische Bauerntöpferei 17.- 19. Jahrhundert(= Werken und Woh-nen, Volkskundliche Untersuchungen im Rheinland, herausgegebenvon Matthias Zender, Bd. 7). 488 Seiten, 480 Abb. auf Tafeln, Zeich-nungen im Text, VIII Farbtafeln. Düsseldorf 1971, Rheinland- Verlag.DM 96,-
Während in verschiedenen deutschen Seminaren am Abbau der her-kömmlichen Volkskunde gearbeitet wird, entstehen die tatsächlichweiterführenden Arbeiten so nebenbei, vor allem selbstverständlich imZusammenhang mit den Museen, die sich auch in unseren Jahren wiedereinmal als die bei weitem wichtigsten Forschungsstätten des Faches er-weisen. Diesmal gilt es, auf zwei wichtige Veröffentlichungen zur altenHafnerkeramik hinzuweisen, auf die„ Töpferware" zweier Landschaften,die in ausgezeichneten Publikationen erschlossen wurde.
In Bayern ist die Erforschung der Hafnerware seit einiger Zeit inFluß gekommen. Paul Stieber hat mit seiner Sammlung und seinem,, Deutschen Hafnerarchiv" anregend gewirkt, wichtige Teile dieser Kol-lektion sind jetzt auch in der volkskundlichen Abteilung des BayerischenNationalmuseums zu sehen. Im Zusammenhang mit diesen Arbeiten hatIngolf Bauer seine schöne Dissertation über eine bedeutende frän-kische Gruppe des alten Hafnergeschirres geschrieben. Die musterhafteMonographie mit ihrem Eingehen auf die Hafnerzünfte, mit ihrenMeisterlisten, ihrer besonnenen Gruppierung der Geschirrtypen emp-fiehlt sich einfach selbst. Es wäre sehr schön, wenn wir von anderenLandschaften ähnliche Darstellungen bekommen würden.
Ingolf Bauer hat sein Material zum größten Teil ganz neu auf-arbeiten müssen. Frau Scholten- Neess hat ihren sehr reichenStoff wenigstens zum Teil schon vorgesammelt und voraufgearbeitet ge-funden, da die eigenartigen niederrheinischen Schüsseln seit Jahrzehntenzu den Lieblingsstücken in- und ausländischer Sammler zählen. Dennochhat sie in ihrem schönen Museum der niederrheinischen Volkskunst inKevelaer noch einmal sammlerisch ganz neu den Grund zu jeder weite-ren Bearbeitung dieses Materials gelegt, und nunmehr den Gesamtstoffin einer umfangreichen, wirklich schönen Monographie erfaßt. Derwuchtige Band wird von fachlicher Seite, vor allem am Niederrheinselbst, gebührend gewürdigt. Ein Zeichen dafür beispielsweise die rüh-mende Anzeige des Bandes durch Hans- Rudolf Peters in der gedie-
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