Jahrgang 
75 (1972) / N.S. 26
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den 168 Seiten des Bandes enthält eine jede zweite eine Zeichnung, alsoinsgesamt 77 ganzseitige Bildtafeln und eine Karte des mittleren undsüdlichen Burgenlandes. Die Karte erläutert vernünftigerweise für jedenBenützer, welches Stück Land Franz Simon auf seine alten Bauern-häuser hin angeschaut hat. Es ist das Land von der niederösterreichi-schen Grenze an der Buckligen Welt bis zu seiner Südspitze hinunter.Das Land zwischen den weltverlorenen Dörfern Schmiedrait im Nordenund Kalch im Süden, wie man auch sagen könnte. Simon hat bei diesenund vielen anderen Orten jeweils ein Zeichen auf die Karte gesetzt: Vondort stammen immer die Zeichnungen, wenn man auch nicht mehrnach diesem Kartenbild gehen kann, um sie noch zu finden: Denn vonden 35 genau gezeichneten und vermessenen Bauten steht heute schondie Hälfte nicht mehr.

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Wenn man von Hochneukirchen dicht über der Landesgrenze nachdem Süden schaut und es ist ein sehr schöner Ausblick, den einstmalsRudolf Hanns Bartsch hymnisch besungen hat, wenn man alsovon dort nach dem Süden schaut, dann kann man den ganzen Landstrichüberblicken, den Simon so gut kennt. Und wenn man vielleicht vondieser Landmarke herunterwandert, einfach gleich nach Hochart odernach Wiesfleck, oder aber eben nach Schmiedrait, dann findet man dortauch gleich die ersten Häuser, die Franz Simon gezeichnet hat. Man mußdas dem Buchbenützer, der nicht auf die Karte schaut, eigens sagen,denn Simon hat seine Aufnahmen im Buch nach dem Alphabet geordnet.Und dann geht man also mit dem Zeichner Simon an einen solchen Hofheran, sagen wir gleich an das Haus Nr. 8 in Schmiedrait. Ein Streck-hof wie einst so viele im Land. Mit überdachter Einfahrt, mit einem ge-mauerten Speicherbau gegenüber dem Stubentrakt, man sagt hier zudieser Art des Speichers Kitting". Wenn man dieses erste Blatt, daszeichnerisch vom Haus Nr. 8 in Schmiedrait erzählt, umblättert, findetman den Schnitt durch die gemauerten Räume, findet genau aufgemes-sene Zeichnungen der aufgedoppelten Tore, genaue liebevolle Zeich-nungen des Unterzug- Trambalkens mit der Jahreszahl 1825 und der ein-geschnitzten Rosette. Das war dem Zeichner Simon noch immer nichtgenau genug: Das nächste Blatt zeigt den Trambalken und seine Ver-zierungen noch größer, zeigt die Tische, Sessel und Spinnräder, die ver-mutlich ebenso alt sein mögen wie dieser Trambalken. Und das nächsteBlatt bringt diese Einzelheiten, diese liebevoll aufgenommenen Einzel-teile noch größer und immer genau maßstabgerecht, und dazu nochZeichnungen von Mohnmörsern und Flachsriffeln, wie sie sich im Kittingoder auf dem Dachboden des Hauses gefunden haben. Aus der Darstellung der Bäuerlichen Bauten" ist eine Dokumentation auch von Möbelund Gerät geworden.

Die schriftlichen Erklärungen auf den den Zeichnungen jeweilsgegenüberstehenden Seiten sind knapp gehalten, geradezu sparsam. DerZeichner ist kein Schreiber. Aber man weiß doch gleich, was Simongesehen und gezeichnet hat, lernt die Bezeichnungen kennen, die er ver-mutlich seit seiner Jugend kennt oder die er in den Häusern den Be-sitzern abgefragt hat.

Es drängt sich die Frage auf, was Simon alles gezeichnet hat, undwarum gerade dieses, welche Auswahl des Gesehenen sich ihm als dar-stellenswert aufgedrängt hat. Vielleicht muß man sich einen Augenblicklang mit dem Schöpfer dieses Buches beschäftigen, um dies zu ver-

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