und Oberösterreich oder ein eigener Verein gleich dem für das Ober-pfälzische Bauernmuseum. In wenigen Jahren schon dürfte es auch ander Substanz selbst mangeln.
Wenn das„ Tiroler Bauernmuseum" insgesamt bislang ein Torso ge-blieben ist und von jüngeren Schwestergründungen wie Wels oderSpittal a. d. Drau 13), Trautenfels 14) und Gutenstein 15) zum Teil bereitsan Größe und Aufwendigkeit überflügelt wurde, so blieb es in seiner ur-sprünglichen Anlage doch immer einmalig, nämlich in der inneren,museal- thematischen Aufstellung, besonders der landwirtschaftlichenGeräte, einschließlich ihrer historischen Entwicklung, sowohl nach Ab-folge des bäuerlichen Arbeitsjahres vom Vorfrühling bis Spätherbst,als nach der Funktion und Erklärung der Geräte durch künstlerischeArbeitsbilder, Fotomontagen und Schrifttafeln sowie in der Veranschau-lichung der einzelnen Arbeitsvorgänge durch systematische Aufreihungmöglichst aller dazu in Gebrauch stehenden Werkzeuge vor dem Auf-kommen des Motors, ohne Rücksicht auf eventuelle volkskünstlerischeWerte. Innerhalb dieser Hauptordnung wieder sind die Geräte zu deneinzelnen Arbeitsvorgängen tunlichst auch räumlich sortiert und aufdiese Weise als jeweils zusammengehörige Gruppen herausgehoben, wieetwa die Ackergeräte, Drusch- und Speichergeräte( Feldertrag), Mäh-,Schnitt- und Transportgeräte( Wiesennutzung), Tischler-, Drechsler- undBinderzeug( Wald- Holzverwertung); besonders geschlossen aber dieFaserverarbeitung vom Rohstoff Flachs und Wolle bis zum gewalktenLoden und der gewebten Leinwand.
Auch mit diesen„ Gerätegruppen" folgte der Autor den Richtlinienvon Leopold Schmidt in dessen wegweisender Ausstellung„ Bauernwerkder Alten Welt", Wien 1954, sowie den Grundsätzen nach dem von ihmgegründeten„ Archiv der Österreichischen Volkskunde" und seiner An-regung zur Heranziehung historischer Bildquellen.
Der enorme Einfluß der zahlreichen Schriften Leopold Schmidts aufdie österreichische Geräteforschung und die ganze museale Volkskundekann hier weiter nicht dargelegt werden, ist aber für das letzte Viertelunseres Jahrhunderts schon allein durch die von ihm redigierte und zumguten Teil auch von ihm verfaßte„ Österreichische Zeitschrift für Volks-kunde" hinreichend bewiesen. Hier sei nur nochmals betont, daß Leo-pold Schmidt speziell unserem Unternehmen von Anfang an Pate gestan-den und dessen wissenschaftliches Rückgrat gebildet hat. Dies trotz dergroßen Entfernung( Wien- Lienz) und der wissenschaftlichen Isolierungunseres Bezirkes, fern jeder Universität; vielleicht aber gerade deswegen,da Leopold Schmidt zufolge seiner überragenden Literaturkenntnissewohl wußte, welche volkskundlichen Möglichkeiten das Forschungs-vakuum Osttirol in sich barg und gewissermaßen immer noch birgt.
1) Tir. Nachrichten v. 20. 4. 1951:„ Tirol erhält ein Museum Landwirt-schaftlicher Geräte."
2) Öst. Zeitschrift f. Volkskunde( ÖZV) Wien 1955, Seite 73/77:„ DasTiroler Museum bäuerlicher Arbeitsgeräte."
3) ÖZV Wien 1966, H. 3:„ Bäuerliches Gewerbe- Museum in SchloßBruck, Lienz."
4) Selbstverlag d. Lds. Verlages f. Kärnten 1952:„ Das Kärntner Frei-lichtmuseum am Kreuzbergl in Klagenfurt." Das von den übrigen öster-reichischen Landes- Museen bereits spärlich gesammelte Arbeitsgerät lagnoch in den verschiedenen Studiensammlungen herum, wie z. B. die be-
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