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75 (1972) / N.S. 26
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Festschrift für Paul Zinsli. Herausgegeben von Maria Bindsched-ler, Rudolf Hotzenköcherle und Werner Kohlschmidt.267 Seiten, 1 Porträt. Bern 1971, Francke- Verlag.

Paul Zinsli hat nicht nur Altgermanistik, sondern auch Volkskundeder deutschen Schweiz an der Universität Bern gelehrt, eine Festschriftzu seinem 65. Geburtstag erscheint wohlverdient.

Es ist ein vornehmer Band geworden, in dem die Volkskunde nichtzu kurz kommt. Man kann da schon mit dem Beitrag von Roland Risüber Gott walts. Zur Geschichte der mit dem Verbum walten gebildetenSegens- und Verwünschungsformeln beginnen. Sicherlich gehört hier-her die Studie von Hermann Bausinger über Tierzucht und Namen-gebung. Zu den Eigennamen des Zuchtviehs", wobei auch die moderneNamengebung von Pferd und Hund einbezogen werden, wenn auch dieBullen stark im Vordergrund der Betrachtung stehen, entsprechendBausingers Hauptquelle, den Katalogen der Zuchtviehversteigerungendurch die Fleckviehzuchtverbände in Herrenberg. Von einer anderenSeite betritt Arnold Niederer das Quellengebiet der Volkskunde; erbehandelt den Evangelischen Mesmer als Gewährsmann des Volkskund-lers". Die Ergebnisse entstammen zum Teil einer von Niederer eingelei-teten Umfrage bei den evangelisch- reformierten Mesmern( bei uns:Mesnern) in Graubünden. Weitere Beiträge wenden sich der Volkslied-und Volkssagenforschung zu. Hans Trümpy berichtet über den Brief-wechsel K. R. Hagenbachs mit dem Volksliedsammler J. G. Radlof, undGeorg Thürer entsinnt sich in seinem Beitrag Eigenen Versen ent-lang der Entstehung seiner mundartlichen Ballade Maarchelauf".Diese 1938 entstandene Ballade vom Grenzlauf der Vertreter von Glarusund von Uri( Grimm, Deutsche Sagen Nr. 288; Kaspar Freuler und HansThürer, Glarner Sagen, S. 167 f.) ist durch Rundfunk und Schulbuch inder Schweiz sehr bekannt geworden, wie Thürer ausführlich erzählt.

Den Abschluß der Festschrift bildet das umfangreiche Verzeichnisder Veröffentlichungen von Paul Zinsli, mit Unterstützung von ChristianHostettler zusammengestellt von Rudolf J. Ramseyer.

Leopold Schmidt

Jahrbuch für musikalische Volks- und Völkerkunde. Für das StaatlicheInstitut für Musikforschung, Preußischer Kulturbesitz, und dieDeutsche Gesellschaft für Musik des Orients Glossary ::: show glossary-entry  Orients herausgegeben vonFritz Bose. Bd. 6. Berlin 1972, Verlag Walter de Gruyter. 112 Sei-ten mit Noten, Abbildungen auf Tafeln, 1 Schallplatte( Sozialstruk-tur bei den Völkern Westäthiopiens). DM 38,-.

Es ist durchaus erfreulich, daß es neben dem stattlichen Jahrbuchfür Volksliedforschung, das vom Deutschen Volksliedarchiv herausgege-ben wird, auch dieses Berliner Jahrbuch gibt. Es bedeutet einen Blickin die Welt, in die Weite der ethnologischen Musikforschung, ohne daßdarüber die europäische Volksmusikforschung vergessen würde.

In dem vorliegenden Band sind für uns zwei Beiträge besonderswichtig, nämlich der Bericht von Kurt Reinhard Zwanzig JahreWiederaufbau des Berliner Phonogramm- Archivs", und die Studie vonHartmut Braun über Volksliedhaftes im Glogauer Liederbuch".Braun ist nicht zuletzt durch die gründliche Musterung der Beispielebei Wolfgang Wittrock, Die ältesten Melodietypen im ostdeutschenVolksgesang, Marburg 1969, angeregt worden. Die neue Arbeit von H.-J.

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