Literatur der Volkskunde
Österreichische volkskundliche Bibliographie. Folge 5. Verzeichnis derNeuerscheinungen für das Jahr 1969 mit Nachträgen aus den voran-gegangenen Jahren. Bearbeitet von Klaus Beitl, Ernst Burg-staller, Elfriede Grabner, Hans Griessmair und MariaKundegraber. Wien, Verlag Notring, 1971. 138 S.
Die österreichische volkskundliche Bibliographie hat sich bestenseingeführt; sie braucht keine Empfehlung mehr. Der Zwischenraum vonzwei Jahren zwischen dem bearbeiteten Jahr und der Drucklegungscheint mir ideal zu sein, um allzuviele Nachträge zu vermeiden unddoch wirklich Neuerscheinungen rechtzeitig anzuzeigen. Das Bearbeiter-Team hat die gleichen Länder wie in den früheren Folgen übernommen;es sind die gleichen Mitarbeiter wie an der Internationalen Volkskund-lichen Bibliographie( denen ich seit vielen Jahren dankbar verbundenbin). Neu hinzugekommen ist Hans Griessmair aus Brixen, der in Zu-kunft Südtirol bearbeiten soll. Das Heft umfaßt 750 Titel; in gewohnterSorgfalt und Gründlichkeit finden sich im Anhang das Verzeichnis derZeitschriften und die Register der Autoren und Personen, der Orte undder Sachen. Besonders zu vermerken ist der Umstand, daß in umfassen-den, übernationalen Werken jeweils der Anteil an österreichischen Pu-blikationen besonders vermerkt wird. Man wird sich auch immer mehrüber das Fortschreiten von Fortsetzungswerken, wie Atlanten, Wörter-bücher und Enzyklopädien, auf dem laufenden halten können. Dankbarist man für den sonst meist vernachlässigten Abschnitt„, Audio- visuelleDokumentation". Zu einem stattlichen Umfang ist die Orientierung überdie Museen angewachsen. Manchmal ist es recht aufschlußreich zu be-obachten, welche Teilgebiete der Volkskunde besonders intensiv be-arbeitet worden sind. Für Österreich sind es und Österreich befolgtdamit seine alte Tradition- die Volksfrömmigkeit( vor allem Weih-nachtskrippen und Wallfahrtswesen), das Volkslied und das Volksschau-spiel.Robert Wildhaber
Helene Grünn, Volkstracht in Niederösterreich. Eine Darstellungder lebendigen Tracht(= Niederösterreichische Volkskunde, Bd. 7),Rudolf Trauner Verlag, Linz 1971.
In den letzten Tagen des vergangenen Jahres hat Frau Dr. HeleneGrünn ihrer Heimat Niederösterreich ein Geschenk von hohem kultu-rellen Wert gemacht. Gleichzeitig hat sie damit ein altes Vorurteil gründ-lich ausgeräumt: Wenn irgendwo von Tracht die Rede war, so dachteman nur an die Alpenländer und es kam einem gar nicht in den Sinn,daß auch der Osten Österreichs eine beachtenswerte Tradition auf die-sem Gebiet haben könnte.
Zum Buche selbst:„ Die vorliegende Arbeit will eine Übersicht derim Verlauf der letzten hundert Jahre im Lande üblichen Trachten geben.
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