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75 (1972) / N.S. 26
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Alpenländische Weihnacht. Texte aus Oberbayern, Österreich, Schwaben,Schweiz und Südtirol. Herausgegeben von Günter Goepfert.Querformat, 200 Seiten mit 24 eingeklebten farbigen Krippenbildernund 20 Stichornamenten. München 1971. Süddeutscher Verlag.DM 19,80.

Ein sehr gut gemachtes Weihnachtsbuch, mit Bildern zum Anschauenund Texten zum Lesen oder Vorlesen. Gewiß kein wissenschaftlichesBuch, aber eine reiche Anthologie, die der Volkskunde des letzten Halb-jahrhunderts viel zu verdanken hat.

Wir Österreicher mustern mit einigem Stolz die bunte Reihe derBeiträge, von denen nicht wenige von Landsleuten stammen: Leifhelm,Hupfauf, Oberkofler, Kloepfer, Hörtnagl, Waggerl, Peternell, Rosegger,Billinger, Trakl, Weinheber, Stifter, Mohr, Greinz, Grillparzer, Mozart( er schrieb seinem Vater noch zum Neuen Jahr, nicht zu Weihnachten!),Springenschmid, Mönch von Salzburg, Mell und Perkonig, und so man-ches der anonymen Weihnachtslieder stammt auch aus unseren Landen.Dazu die schönen Krippenbilder: Von den 24 Farbbildern stellen nichtweniger als 10 Krippen oder Krippenfiguren aus Tirol und Salzburg dar.Es handelt sich bei allen Krippen um Stücke aus der Sammlung desBayerischen Nationalmuseums, und so mag es verständlich sein, daßauch das Bild einer Neuerwerbung, der Papierfigurenkrippe aus Trebitschenthalten ist, obgleich Trebitsch wahrhaft nicht in den Alpenländernliegt. Aber Lenz Kriss- Rettenbeck hat vor kurzem über seine bemerkens-Neuerwerbung gearbeitet ¹), und so kann man die Aufnahme des Bildeshier einigermaßen verstehen.Leopold Schmidt

Bayerische Sagen. Sagen aus Altbayern, Schwaben und Franken. Heraus-gegeben von Günther Kapfhammer. 332 Seiten, mit zahl-reichen Abbildungen im Text und auf Tafeln. Düsseldorf 1971, EugenDiederichs Verlag.

Es ist fast genau 100 Jahre her, daß ein umfassendes Werk erschien,das die Sagen aus allen Teilen des damaligen Königreiches Bayern um-faßte: Alexander Schöppner, Sagenbuch der Bayerischen Lande.3 Bände, München 1874. Das längst sehr selten gewordene Werk gehörteiner vorwissenschaftlichen Epoche der Volkskunde an, und ist überdiesaußerhalb Bayerns nie besonders bekannt geworden. Es hat auch nichtden Rang des der Absicht nach gleichrangigen Werkes für Preußen, dasknapp vorher erschienen war: J. G. Th. Graesse, Sagenbuch desPreußischen Staates. 2 Bände, Glogau 1868/71. Immerhin, man mußtebisher eben doch auf den Schöppner zurückgreifen. Denn in dem Jahr-hundert danach erschienen doch hauptsächlich Sagensammlungen füreinzelne Landschaften. Die Zwischenkriegszeit versuchte bekanntlich,Stammeskunden zu erstellen, die eigentlich Sagensammlungen waren.Dies war ja das Anliegen der von Paul Zaunert im Hause Diederichsgeleiteten Reihe. Für Bayern nahm man Friedrich Lüers als Heraus-geber; seine Bayerische Stammeskunde erschien 1933 in dieser Reihe,und blieb merkwürdigerweise recht unbekannt. Man hat sich im HausDiederichs, das so viele dieser stammheitlich geordneten Sagensamm-

1) Lenz Kriss- Rettenbeck, Materielle und spirituelle Perspek-tive und Tiefenraum in volkstümlichen Krippen des 19. und 20. Jahr-hunderts( Bayerisches Jahrbuch für Volkskunde 1969. Erschienen 1970.S. 192 ff.).

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