saßen im östlichen Küstengebiet des adriatischen Meeres siekamen dort seit 229 v. Chr. unter römischen Einfluß und inPannonien. Auch die Träger der Hallstattkultur waren Illyrier.
Auch die Veneter, die in historischer Zeit zwischen Etsch undLivenza saẞen( 48), könnten mit der Brente in Verbindung gebrachtwerden; doch fehlen dafür Ansatzpunkte.
9. Bemerkungen zur Lautverschiebung
Indogermanisch bhrent-( 49), von dem auszugehen ist[ br- imAnlaut fehlt im Indogermanischen( 50)], wurde im Lateinischenlautgesetzlich zu frent.
Demnach ist der apulische Fluß frento( heute Fortoie) eineEntsprechung der norditalienischen Brenta. Nördlich desfrento lebten die Frentani( 37), ein Zweig der Samniter.
Das Illyrische hat die Aspiraten ausgeschieden( 48). B h- wurdezu b und das illyrische brent a ging in dieser Form als Lehnwortin das Lateinische ein.
Aus dem Mittellateinischen, z. T. wohl aber auch direkt aus demIllyrischen bzw. dem Rätoromanischen übernahm das Oberdeutschedas Wort. Im Bairischen wurde das b zunächst zu p, dieses aber inspätahd. Zeit( 10. bis 12. Jh.) wieder zu b, wobei es allerdings imAnlaut nie ganz verdrängt wurde( 51). Man findet daher in denMundarten Prente( 14)( 15) neben Brente.
Um das in der steir. Mundart belegte Pfrente zu erklären,müßte man auf ein germanisches, vordeutsches prente zurück-gehen, das dem lat. brenta entsprechen würde. Zwar waren diein Frage kommenden Gebiete in der Völkerwanderungszeit auchvon germanischen Stämmen besiedelt( Ostgoten, Langobarden), sodaß diese Zwischenstufe denkbar wäre, die dann im Zuge der2. Lautverschiebung zu pfrente geworden wäre 12). Das Vor-kommen von pf im Anlaut an Stelle von ahd. f- in Kärnten undKrain[ Farn Pfarn ¹³)( 52)] mahnt jedoch zur Vorsicht.
Das schwäb. und schweizerdt. brente sowie das pfälz.brenke( 9) sind wahrscheinlich erst nach der hochdeutschen Laut-verschiebung aus dem Romanischen entlehnt worden, vermutlichim Zusammenhang mit dem Weinhandel.
Wenn es zutrifft, daß im Venetischen idg. bh zu f wurde( 39),wie im Lateinischen, könnte steir. Frente aus dem Venet. über-nommen worden sein.
12) Vgl. gr. baitā> got. paida> ahd. pfeit, Hemd.
13) Vgl. auch Fragner neben Pfragner, bayr.- öst. Krämer.
11