Religiöses: Am Schluß der kirchlichen Trauung lassen dieBrautleute für verstorbene Anverwandte( Eltern, Patenleute usw.)beten und stiften auch Messen.
Todfall: Auch hier tritt die„ Freundschaft" in Erscheinung, vgl.zum Teil meine Abhandlung„ Totenkult im Großarltale“, Bd. XVIder Mitteilungen der Anthropologischen Gesellschaft in Wien, Fest-schrift 1926.
Totenwache. Sie dauert von der Aufbahrung im Hause bis zurÜberführung der Leiche ins Kirchdorf. Beim Betengehen( Toten-wache) mit Kerzenopfer finden sich auch die Freundschaft ein,nimmt am Leichenzug, bei der Seelenmesse und an der Totenzeh-rung teil.
Patengeschenke:( Tauf- und Firmpaten vorwiegend aus derFreundschaft). Bei der Taufe: Taufhemd,-golter mit darin ver-steckten Taler( Gulden, jetzt Doppel- oder 25- Schilling- Stück); andie Wöchnerin eine Henne( schwarze nach Möglichkeit), weißerStrutzen, Wein und Zucker). Für das Godl weiter bis zum Spen-ling, das ist die letzte Gabe bei Austritt aus der Pflichtschule, jähr-lich zu Ostern die Godn- Ostereier, zu Allerheiligen das Houraeßl( Kultgebäck in Zopfenform, Stritzel) und zu Weihnachten denKlotzenbrotlaib. Daher der Kinderspruch„ ts' Sewastion gents imaen Godnloab on, ts' Paulibekhea hun i khoan Brekhae mea" zuSebastian 20. I.— gänze( schneide) ich meinen Godenlaib an, zuPauli Bekehr 25. I.
gessen).
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hab ich kein Bröcklein mehr( also aufge-
Firmung: nach Wunsch Uhr oder Anzug.
5. In Fällen der Not: Im Gebirge tritt hier die Gefreundschaftweniger stark in Erscheinung, denn es ist ungeschriebenes Gesetz,daß in den Talschaften alle, ob verwandt oder nicht, helfend bei-stehen( soweit eben nicht die Versicherungsgesellschaft dazu befaßtist). Bei großem Schaden am Vieh, hilft man mit Beistellung vonMilchvieh, bei Vermurungen früher durch Arbeitsschichten, nundurch moderne Räumgeräte( Bagger, Caterpillar). Im Pinzgau tra-ten nach Vermurungen die Krempler und der Krempelpflug inAktion( hievon habe ich noch gute Aufnahmen aus den zwanzigerJahren).
6. Bei wirtschaftlichen Überlegungen hilft die„ Freundschaft"nur dann, wenn es wirklich etwas dazu tut„ wons eps dazua tuad",das heißt der Hilfeheischende tüchtig und strebsam ist. Hilfe zurBerufsausbildung nur für das Studium der Theologie. Bei nichtbäuerlicher„ Freundschaft“ kommt Förderung von Studentenjedoch vor. Bei Erwerb von Baugrund wird gerne Hilfe geboten,denn wirtschaftliche Gründe sind hiefür maßgeblich.
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