Jahrgang 
74 (1971) / N.S. 25
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und seiner Schwester Maria Magdalena ist sehr nützlich; für uns nichtzuletzt deshalb interessant, weil Äste der Verbreitung des Legenden-liedes auch nach Niederösterreich und Steiermark reichen.

Von den weiteren Beiträgen ist zunächst der sehr stoffreiche über Die Sonnwendbräuche in der Gottschee" von Richard Wolframanzuführen. Man bedenke: Die Probekarte Nr. 6 des EthnologischenAtlasses von Jugaslawien stellt die Termine der Jahresfeuer dar. Auf ihrbildet die Gottschee eine leere Fläche( S. 108). Die Karte zeigt also denZustand nach der Austreibung. Als es noch eine Sprachinsel Gottscheegab, brannte nämlich in jedem Dorf ein Sonnwendfeuer, und Wolframhat alle Angaben darüber, über das damit verbundene Scheibenschlagenund Räderrollen sehr genau aufgezeichnet. Eine heute erstellte Karte( etwa in einem Europäischen Volkskundeatlas") würde also ein ganzfalsches, unhistorisches Bild zeigen, vor allem in Ost- und Südosteuropa,wenn man sich nicht doch noch entschließen sollte, einer Erhebung undDarstellung der sechziger- und siebziger Jahre eine Oleate mit den Ver-hältnissen in den zwanziger- und dreißiger Jahren beizugeben, soweitsich diese eben noch erfassen lassen. Wolframs sehr genaue und vielseitig interpretierende Arbeit könnte dazu anregen.

Von den anderen Beiträgen seien vor allem die Aufzeichnungen vonEugen Bonomi über Ungarndeutsche Wallfahrten nach Mariazellim 20. Jahrhundert erwähnt, mit ihren bis ins Kleinste gehenden Noti-zen aus Lokalzeitungen, Kalendern usw. Waltraut Werner bringtwieder einen wichtigen Beitrag aus einem ihrer Haupt- Aufzeichnungs-orte: Weihen, Heilsehen und Hausgebete in dem ungarndeutschen DorfHajos." Georg R. Schroubek befaßt sich mit dem frühen deutsch-böhmischen Volksliedersammler Joseph Georg Meinert. Zur Früh-geschichte der Volkskunde in den böhmischen Ländern. Und HerthaWolf- Beranek vermag mit ihrem Beitrag Die Vegetationsdämo-nen in den ehemaligen sudetendeutschen Gebieten die bisherigen Kennt-nisse über die Bezeichnungen und Gebräuche beim Ernteschluß usw.beträchtlich zu erweitern. Ihre 20 Kärtchen ergänzen die einstmals vonRichard Beit im Handwörterbuch des deutschen Aberglaubens( Bd. V) vorgelegten Karten ganz beachtlich. Zwei weitere Beiträge befas-sen sich mit Siebenbürgen: Frieda Juchum Das Dorf Bulkesch unddie Nachbarschaften in Siebenbürgen, und Susanne Thiel Die Mate-rialien der siebenbürgisch- sächsischen Trachten."

Von den weiteren kleinen Beiträgen bleibt schließlich noch dieliebevolle Würdigung des Lebenswerkes Alfred Karaseks durchseinen alten Freund Walter Kuhn zu erwähnen. Der ganze MenschKarasek ersteht aus diesen Freundesworten noch einmal, und wenn manden bedeutenden Sammler vielleicht auch anders, kritischer, gesehenhaben mag als Kuhn, so wird man seiner Wertung der Leistung doch invieler Hinsicht beipflichten können.Leopold Schmidt

Sergius Golowin, Menschen und Mächte. Sagen zwischen Juraund Alpen. 416 Seiten mit Strichzeichnungen von Kobi Baumgartner.Zürich 1970, Schweizer Verlagshaus AG., sfr 21,80.

Golowin, ein Mensch aus dem Osten Europas, in Prag geboren, aberseit langem in der Schweiz tätig, hat hier eine beachtenswerte Sagen-sammlung geschaffen. Golowin, der eine zeitlang in Burgdorf Stadt-bibliothekar war, seit einiger Zeit in Bern wirkt und dort als Literatsehr angesehen ist, erlebt, sicherlich anders als die eigentlichen Einhei-mischen, eine Phantastische Schweiz", einerseits aus den reichen alten

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