Jahrgang 
74 (1971) / N.S. 25
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a) Der Name

Der Name der Neraides ist in den verschiedenen Orten unter-schiedlich. Am gebräuchlichsten in ganz Griechenland ist Neraides.Dem Wortlaut nach bedeutet sie Wassergeister ³). Das griechischeNeron heißt auf deutsch Wasser 4).

In Chios werden diese Wassergeister neben Neraides auchKales Arkontisses, Angeludes, Karkalousses, Mavrophores, Geradi-ges, Kales Gynaikes, Asprophores, Meliganes, Kutes, Anagrialoudes,Kallikatzoudes usw. genannt 5).

Die Altgriechen gaben auch den Nymphen verschiedene Namengemäß dem Orte, wo sie erschienen. Die Nymphen des Meeres hie-Ben Nereiden 6). Die Nymphen der Brunnen nannten sie Najaden 7).Den Nymphen der Bäume gaben sie den Namen Dryaden oderAmadryaden 8). Die Nymphen der Berge hießen sie Orestiaden ³).

Heute ist in Griechenland nur noch der Name der altgriechi-schen Meeresnymphen( Nereiden) erhalten, von dem sich Neraidesabgeleitet hat. Dieser Name erscheint in verschiedenen Formen, wieAnerades, Nerades, Aneraides, Aneragides, Neraisses. Die Neraideshaben auch noch andere Namen, wie Exotikes, Anemikes, Xoneria,Ageloudes, Kalomoires, Kales Kyres 10), Kalotyches, Korassia,Kopelles.

In einigen Orten Nord- Makedoniens und Nord- Thrakiens wer-den die Neraides mit dem slawischen Namen Samantiwa oderSamowila bezeichnet.

In anderen Gegenden tragen die Neraides auch Personennamen,von denen viele altgriechischen und einige neugriechischen Ur-

3) Curt Wachsmuth, Das alte Griechenland im neuen, Bonn 1864,S. 29.

4) Du Cange, Glossarium ad sciptores mediae et infimae graeci-tatis auctore Carolo du Fresne, Vratislaviae 1891, s. u. vepóv.

5) Stylianos Wios, Xiaxal Ilapadóσ( Aαoypapia, Athen 1925, Bd. 8,S. 440).

6) Vgl. Eurip. Iphig. Taur. 428. Eurip. Iphig. Aul. 1053. Eurip.Androm. 1267. Die Nereiden wurden zusammen mit Thetis und Peleusam Fuße des Berges Pelion verehrt( vgl. Paus. II, 1, 7) und in Kardamylean der lakonischen Küste( vgl. Paus. III, 26, 5). Die Nereiden erschienenauch in den Flüssen( Eurip. Ion, 1081, vgl. dazu Friedrich Welcker,Griechische Götterlehre, Göttingen 1857-1862, Bd. I, S. 656).

7) Homerischer Hymnos in Aphrodite, Str. 262. Artemidor, Oneirocr.II, 27.

8) Apollonios, Argon. II, 476.

9) Die Albanesen haben auch Nymphen( Bräute) der Berge. Vgl.Johann Georg von Hahn, Albanische Studien, Jena 1854, Bd. I, S. 161.10) So heißen sie auch bei den Albanesen. Vgl. J. G. v. Hahn,a. a. O., S. 161.

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