buchstäblich noch einmal unterstrichen. Dann ist noch das Renchtal-Heimatmuseum in Oppena u_dargestellt( von Erwin Schopferer),wieder mit reichen Gerät zur Flachs- und Hanfbearbeitung, Möbelnund Trachten. Es handelt sich jedesmal nur um kurze Übersichten, nichtetwa um Kataloge, aber diese bebilderten Überblicke zeigen doch schonrecht gut, wieviel an altem Gebrauchsgut hier gesammelt ist, das volks-kundlich beachtet und womöglich weiter bearbeitet werden sollte.Leopold Schmidt
Das Königreich Bayern in seinen altertümlichen, geschichtlichen, artisti-schen und malerischen Schönheiten. In 180 Stahlstichen von JohannPoppel, G. Seeberger, Louis Hofmeister und anderen aus der Zeitvon 1840 bis 1854. Neu herausgegeben von Hans Bleibrunner.291 Seiten. München 1970, Süddeutscher Verlag. DM 32,—.
Von den großen Bildwerken, die das 19. Jahrhundert über so mancheLänder und Landschaften herausbrachte, ist dieses einstmals in 60 Ein-zelheften erschienene Werk über Bayern nicht sehr bekannt geworden.Sein Herausgeber Maximilian Benno Peter von Chlingenspergist vor der Vollendung des Werkes gestorben, der Verlag Georg Franzhat es in jahrelangem Bemühen fertiggestellt. Seine sehr schönen Stahl-stiche rechtfertigen jedenfalls den bibliophilen Neudruck, der nicht nurBavarica- Sammler freuen wird.
Wie immer in solchen Fällen hat die Volkskunde manchen Gewinnvon der Neuausgabe. Man kann sich die Ortsansichten nach altvolks-tümlichen Bauten anschauen( beispielsweise Loisachtal, Tegernsee,Hohenwarth, Steffling, Aufseß), man kann alte Ansichten der Wallfahrts-stätten finden( Altötting, Andechs, Pipping, Gügel bei Giech, Vierzehn-heiligen usw.), und man kann nicht zuletzt Trachtendarstellungen inForm von Staffagefiguren auf ihre örtliche Echtheit zu mustern ver-suchen( so bei Schliersee, Kellberg, bei Passau, Bodenwöhr, Regensburg,Friedberg, Harburg, Pommersfelden). Man wird aber auch dankbar dieerläuternden Texte im Anhang lesen, wo die Originalbilderklärungenmit Angaben des Herausgebers gekoppelt sind. In den Originaltextenstecken nicht wenige Angaben über Volksfeste, Sagen, Bräuche usw.,manches davon ist nicht sehr literaturbekannt. Das schöne Bildwerk wirdauf diese Weise geradezu auch zu einer Quelle der bayerischen Volks-kunde.Leopold Schmidt
Unterfränkische Trachten. 12 Tafeln nach Aquarellen von Peter Geist1852 im Mainfränkischen Museum. Einführung von Josef Dün-ninger. Großformat, Mappe mit Einführung( 2 Seiten) und 12 Farb-tafeln. Würzburg 1969, Stürtz Verlag.
Wenn man von bayerischen Trachtenbildern aus dem Biedermeierspricht, denkt man zunächst immer an die„ Sammlung bayerischerNationalkostüme" von Felix Joseph Lipowsky, München 1830. Für Fran-ken hat es schon früher ähnliche Versuche der künstlerischen Trachten-erfassung gegeben, besonders die„ Costumes im Würzburgischen" vonMargaretha Geiger, 1809 in Wien erschienen, und dann eben dieseHefte„ Unterfranken“ und„ Mittelfranken“ einer Serie„ BayerischeTrachten" aus den Jahren 1856-1858. Die zwölf unterfränkischen Blät-ter von dem Volkacher Maler Peter Geist sind nun hier ausgezeichnetreproduziert wieder der Öffentlichkeit zugänglich. Der Würzburger Ver-
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