F. Sieber, Volk und volkstümliche Motivik im Festwerk des Barocks,dargestellt an Dresdner Quellen, Berlin 1960, S. 83 ff. et passim), wirdfür das Buch von Hedwig Kenner und für den Kärntner Geschichts-verein besonderen Dank wissen.Leopold Kretzenbacher, München
Katalog„ Kärntner Kunst des Mittelalters aus dem DiözesanmuseumKlagenfurt", zur 65. Wechselausstellung der Österreichischen Galerieim Oberen Belvedere zu Wien 1970/71, gestaltet von ElfriedeBaum, Dora Heinz, Franz Windisch- Graetz, mitBeiträgen von Max Ebernigg, Otto Demus und Leo-pold Schmidt. Im Selbstverlag der Österreichischen Galerie,Wien, Brosch., 142 Seiten, 32 Abbildungen im Kunstdruckteil. S 40,-.Allzu lange hatten erlesene Kunstschätze Österreichs von der brei-ten Öffentlichkeit fast unbeachtet im Diözesanmuseum zu Klagenfurtwie im Dornröschenschlaf gelegen. Nun sind sie zu Wien im Oberen Bel-vedere und bis zur Jahresmitte 1971 in der Kärntner Landesgalerie zuKlagenfurt zu bewundern, ehe sie in ihre frühere Bleibe zurückkehren,dann hoffentlich mehr gewürdigt als bisher. Nur 54 Exponate, aber fastausnahmslos von besonderer Schönheit und Aussagekraft, bezeichnendfür eine geistige Epoche der Südostalpen im Bereich jener Länder-mutter Carantanien, zu der so viele Kulturwege und Traditionslinienaus weitem Umkreis führen, gebend und nehmend. Denn Kärnten istbesonders an erhaltenem„ Mittelalter" dichter als jede andere Kultur-landschaft der Ostalpen gesegnet mit Zeugnissen des Kunstschaffensaus fester Funktion und mit hoher Gestaltungskraft. Wem aber dieseSchau zu bleibendem Gewinn werden soll, dem ist hier ein vorzüglicherBehelf geboten mit fachlichen Einzelbeiträgen, mit ausführlichen Be-schreibungen der Einzelstücke und Beigabe der auf sie bezogenen Lite-ratur, mit einem ansehnlichen Bildteil und einem Index der Künstler-namen, der Herkunftsorte, der Sach- und Motivstichworte. Das läßt denKatalog zu einem kleinen wissenschaftlichen Handbuch werden.
Max Ebernigg beschreibt das Gurker Diözesanmuseum inKlagenfurt", 1917 als das älteste seiner Art in Österreich gegründet( 7-10). Otto Demus kennzeichnet knapp, aber einprägsam, die be-sondere Art der„ mittelalterlichen Kunst Kärntens"( 10-28) zwischendem 12. und dem 16. Jahrhundert, ihr Eingebettetsein in den Raumalpinen Kunstschaffens, auch wenn hier frühe und hohe Gotik auf-fallend spärlich vertreten sind. Die Zentren mit den beiden PolenSt. Veit a. d. Glan und Villach werden sichtbar, die Verbindungslinienüber die Alpen nordwärts und nach dem deutschen Ost- und Südtirol,ins romanische Friaul und früh schon nach der Lombardei.- Was beiDemus( mit Literaturhinweisen S. 28) in seiner kunstgeschichtlichenEntfaltung in Umrissen aufgezeigt ist, das erfährt durch den umfang-reichen Beitrag von Leopold Schmidt über„ Kunstwerke aus Kärn-ten als Zeugnisse mittelalterlicher Volksfrömmigkeit“( 29-92) eine Ver-tiefung in jener Richtung, die Geist und Leben einer Epoche in ihremaussagetiefsten Bereich, in dem des Hochkultes, der Devotion und zumalder Volksfrömmigkeit zum Sprechen bringt. Denn nicht primär um derSchönheit und ihres ästhetischen Genusses willen, sondern aus dem Anrufzum Gotteslob in möglichst hoher Menschenkunst, aus der Funktionin Kult und Seelenführung, sind solche Kunstwerke entstanden. Vonda aus lebten sie und bestanden, solange das Bedürfnis nach solcherund gerade solcher liturgie- und kultverbundener Aussage,„ Schau"-
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