Art und Bedeutung der landwirtschaftlichenGeräte der deutschstämmigen Kolonistenin Südamerika
( Mit zwei Zeichnungen und fünf Aufnahmen)
Von Karl Ilg
Als die deutschstämmigen Kolonisten durch die erste brasi-lianische Kaiserin und österreichische Erzherzogin Leopoldine zurUrbarmachung weiter Landstriche des Riesenlandes Brasilienist so groß wie ganz Europa vom Atlantik bis zum Ural- gerufenwurden, spielten von Anbeginn an bestimmte Geräte eine ganzhervorstechende Rolle.
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Zu einem wesentlichen Teil hatten die Kolonisten diese ausihrer europäischen Heimat das heißt aus den damaligen deut-schen Notstandsgebieten, aus Pommern, dem Harz, dem Hunsrück,den Vogesen, dem Schwarzwald, dem Bayrischen- und dem Böh-merwald, sowie aus den Alpen mitgebracht. In jeder Anwerbungwurde angeraten und ausgeschrieben, vor allem keine Möbel außerTruhen, wohl aber Bettwäsche, Decken, Kleider und landwirt-schaftliche Geräte mitzunehmen, während Saatmaterial an Ort undStelle verabreicht würde.
Ehevor wir auf die Darstellung dieser Geräte eingehen, er-scheint es wohl angebracht, einiges Grundsätzliche zur Geschichteund Leistung der deutschstämmigen Kolonisation, über ihr Aus-maß und über das Land vorausschicken! Nur so kann auch dasnötige Verständnis für das Spezialproblem geweckt werden.
Bei der Meisterung der Kolonisten- Aufgabe waren die Gerätesicherlich treue Helfer. Nicht minder wichtig war aber die Handder deutschen Kolonisten, die sie gebrauchte. Es ist höchste Zeit,auf diese Menschen aufmerksam zu machen und ihrer Leistung einDenkmal zu setzen.
Das Heer dieser„ Namenlosen" hat nicht minder Großes gelei-stet, als jene jugendliche österreichische Erzherzogin, die TochterFranz I., welche ganz nach dem Vorbild ihrer Urgroßmutter MariaThereisia handelte und, begleitet von einem tüchtigen Stab von
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