Jahrgang 
74 (1971) / N.S. 25
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d) Heuen

Zur Almheugewinnung, insbesondere auf Bergmähdern, wer-den häufig kurzstielige und kurzblättrige Sensen verwendet, die oftabklappbar sind, damit beim Tragen auf den steilen Hängen keineVerletzungen entstehen. In Tirol sind die sogenannten Hacker,richtige Hauen, als Vorstufen unserer Langsensen zu erwähnen 29).Die Rechen haben meist ein kürzeres Blatt als im Tal und kürzereZähne, um das leichte, kurzstengelige Heu besser fassen zu kön-nen. Im Ennstal sind sichelförmige Glecksensen zum Schneidender kurzstieligen Futterpflanzen bekannt. Auch die kleinen rechen-artigen Speikkramperl gehören hieher.

Besonders vielseitig sind auch die Geräte zur Almheubringung,angefangen von den Tragegeräten mit dem Stab, der Feagl, Furkl",über die verschiedenen Futtakraxen zu den Heunetzen und Bün-deln( ,, Fachtl, Buicht, Heubär). Dazu kommen die Zuggeräte, wiedie Heubengel Oberkärntens, deren Vorläufer die aus Erlenästenbestehenden Reisfuatta sind, auf denen das Heu festgebundenwurde. Schließlich sind noch brettartige Transportgeräte, wie dieHeubrettl( Heuhund) des Großarltales zu erwähnen, die einembreiten Wasserschi gleichen, auf dem das Heu mit Stricken fest-gebunden wird. Von diesen Brettern ist nur noch ein Schritt zuden Heuschleifen und Sommerschlitten, wie sie oben bei derDüngerausbringung schon genannt wurden.

Zu 2. Geräte zur Viehbetreuung

a) Zäunen

Das Zäunen soll deswegen hieher gestellt sein, weil es dieHütung des Weideviehs ersetzt oder erleichtert und damit im über-tragenen Sinne der Viehbetreuung dient. Mir sind aber keine alm-typischen Geräte zum Zäunen bekannt. Man verwendet die üblichenHandhacken, Spanhacken und Maishacken, von denen bereits inden Taidingen die Rede ist 30). Zum Vorschlagen der Löcher für dieZaunstecken wird eine Eisenstange, zum Einschlagen ein Holz-schlegel benützt. Zum Zusammenziehen der Stecken beim Ring-zaun bedient man sich eines in einen Stab eingelassenen beweg-lichen Hakens.

29) Erika Hubatschek, Zur bäuerlichen Arbeits- und Geräte-kunde des inneren Stubaitales. In: Volk und Heimat, Festschrift fürViktor von Geramb, Graz 1949, S. 102.

30) Österreichische Weistümer. Bd. 1. Die salzburgischen Taidinge.Wien 1870; z. B. in den Taidingen des Gerichtes Hüttenstein undWartenfels.

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