Jahrgang 
73 (1970) / N.S. 24
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Automaskotten werden kaum in klar bewußter Absicht ange-fertigt und angebracht. Daher wird ihre Einteilung Überschneidun-gen aufweisen. Man kann am einzelnen am Bande vor dem Rück-spiegel baumelnden Figürchen oft nicht ablesen, wes Geistes" esgemeint ist: Der Stoffwachmann als Warner und Mahner oder alsAbwehrzauber gegen Interventionen von lebendigen Vertreternseiner Art kann auch herausfordernde Karikatur( mir kann kei-ner") oder freundschaftliche Geste an den Freund und Helfer"sein. Selbst der Rauchfangkehrer muß nicht immer als Glücksbrin-ger gemeint sein; ich sah ihn auch als Innungszeichen. Eine Ein-teilung wird daher weniger konsequent als vielmehr Hilfe zu einergewissen Übersichtlichkeit sein.

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Da gibt es etwa solchen Autoschmuck, der wie anderer Fest-tagsschmuck- nur zu einer bestimmten Zeit des Jahresangebracht wird. Dabei denke ich weniger an die Weihnachts-,Oster- oder allgemeinen Frühjahrsarrangements, die an auffallenddeklarierten Firmenwagen ebenso der Werbung dienen wie Auf-bauten anläßlich des Ausverkaufes oder der Weißen Wochen; ichdenke vielmehr an die winzigen elektrisch beleuchteten Christ-bäume an der Frontscheibe von Fernlastern oder am Arbeitsplatzanderer Berufsfahrer; ich sah sie auch in Omnibussen, Taxis, Lie-ferwagen, seltener in Privatautos. Meist ebenfalls auf die Zeit zwi-schen dem ersten Adventsonntag und Dreikönig beschränken sichvor dem Rückspiegel schwebende Darstellungen der Heiligen DreiKönige, Glocken, Miniaturadventkränze, Glaskugeln, Watte- undSchokoladebaumbehangstücke, Tannenzapfen, Nüsse, Schlitten-schellen und Christkindl-, Engel-, Weihnachtsmann-, Nikolaus- undKrampusfiguren.( Allerdings gibt es auch dauernd angebrachte Teu-felfiguren, die der Welt die Zunge herausstrecken und vermutlich soabschreckend gegen alles Unheil wirken sollen wie die Dachrinnen-drachen an Häusern.) Christbäume an der Tankstelle und Weih-nachts- wie Neujahrsgeschenke an Schutzleute gehören bei uns zuden eingebürgerten Gewohnheiten.

Frühlingsblumen aus Filz und Woll- Osterhasen vor dem Rück-spiegel halten sich oft über den ganzen Sommer hin, manchmalbis in den Advent, während ausgeblasene Eier naturgemäß baldnach dem Fest verschwinden. Was man zum 1. Jänner anbringt,Rauchfangkehrer, Hufeisen, Schweine, Briefkästen, Schimmel,Geldsäcke, Kleeblätter, Fliegenpilze, Fische, Briefträger, Glücks-münzen usw. aus verschiedenstem Material, bleibt in der Regel dasganze Jahr über hängen, oft auch länger; dann wird es eventuellzum nächsten Neujahr durch weitere Stücke ergänzt. Diese Dingegehören zu den Maskotten im engsten Sinn, zu den Glücksbringern.

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