Jahrgang 
73 (1970) / N.S. 24
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solches. Männer und Burschen erhalten zwei rote Eier, blaue wäreneine Beleidigung. Am Stephanitag, muaß da Mann seiner Frau auf-bock'n, sunst kan er zu Ostern um koa rots Oa geh'. Bis Pfingstendarf man um rote Eier bitten. Wenn auch an Kinder anders gefärbteEier verschenkt werden, bleibt doch rot sozusagen die rituelleFarbe 16).

Es herrscht der Glaube, daß dem Antlaß- und Karfreitagseistarke Regenerationskräfte innewohnen. Sie besitzen eine hervor-ragende Heilkraft und spielen in der Volksmedizin daher eine ent-sprechende Rolle 17). Vom Halsweh sucht man sich in Erlaufbodendurch Verspeisen eines geweihten Gründonnerstageies zu befreien.Weiters wird behauptet, daß man durch den Genuß eines Antlaẞeiesdas ganze Jahr über vom Halsweh verschont bleibt. Die Männeressen ein Karfreitagsei mit einem Stückchen Schale. Das dient vorallem den Holzfällern als Schutz gegen ein eventuelles Selbsthinein-hacken 18). Die Eierschalen werden verbrannt oder den Hühnernzu fressen gegeben, damit sie gut legen. Diese Speisegemeinschaft,bezogen auf Fruchtbarkeit und Wohlergehen von Mensch und Tier,weist sehr deutlich auf den Totenkult 19).

Auch sonst zeigt das Karfreitagsei magische, ja direkt unheim-liche Kräfte. In Erlaufboden ist man überzeugt, daß ein Karfrei-tagsei nicht schlecht wird, eher trocknet es ein. Brütet man einKarfreitagsei unter der Achsel aus, kommt der Teufel heraus." Beieinem Waldbrand soll man ein Karfreitagsei um die Feuerlinieherumrollen, dann breitet sich der Brand nicht weiter aus, oder ererlischt 20).

Ostergebäck

Jede Frau bäckt in Erlaufboden für den Ostersonntag einenMohnstrudel. Eine typische Ostersonntagmehlspeis ist auch dasKletzenbrot. God und Gödel geben ihren Patenkindern ein großesKipfel 21). In Josefsberg kannte man den Kipfelsonntag, es dürfteder erste Sonntag nach Ostern gewesen sein. Da konnte man nurKipfel kaufen. Auch fand eine Unterhaltung statt.

Burgstaller schreibt, daß wir im östlichen Österreich als Paten-geschenke hauptsächlich die großen Patenkipfel finden. In diese

16) Kretzenbacher, a. a. O., S. 104.

17) Erwin Richter, Das Osterei in der Volksmedizin( Schweize-risches Archiv für Volkskunde, Bd. 53, Basel 1957, S. 88 und 93).

18) Teufelsbauer, a. a. O., S. 52: Dieser Glaube ist typisch fürdas alpine Niederösterreich.

1) Wolfram, a. a. O., S. 12 f.

20) Kretzenbacher, a. a. O., S. 109: Im Mürztal soll man einsolches Ei bei Brandfall ins Feuer werfen, um dieses zu löschen.2) Schmidt, a. a. O., S. 358.

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