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73 (1970) / N.S. 24
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gleich des Materials zeigt jedoch, daß es sich um eine eigenständigeörtliche Sagensammlung handelt, die als solche gewiß verdienstvoll istund hier auch ausdrücklich begrüßt werden soll. Immerhin waren esdie Sagensammlung des Jahres 1944 und, noch früher, die Fragebogen-erhebungen zur Vorbereitung des Dornbirner Stadtbuches von 1931, dieanregend für eine neuerliche Beschäftigung mit den Sagen von Dorn-birn gewirkt haben. Der Verfasser hatte schon vor 25 Jahren mit Hilfeder Schulleitung die Dornbirner Lehrerschaft veranlaßt, in allen Schulenvon den Kindern als Hausaufgabe eine örtliche Sage aufschreiben zulassen. Hinzugekommen sind auch Mitteilungen von Gewährsleuten derDornbirner Bildungsschicht. Unmittelbare Aufzeichnungen aus demMund alter Dornbirner wurden gleichfalls in die Sammlung aufgenom-men, ihr Anteil ist jedoch nur klein. Will man darüber hinwegsehen,daß die Sagenwiedergabe auf diesem Weg der Aufzeichnung manchesvom ursprünglichen Charakter der mündlichen Überlieferung( Mundart,volkstümliche Diktion usw.) eingebüßt hat, so dürfte es für eine neueSagensammlung jedoch nicht mehr zulässig sein, daß jeglicher Her-kunftsnachweis( Ort und Zeit der Aufzeichnung, Daten über die Ge-währspersonen) beim einzelnen Dokument fehlt. Weinzierl hat überdiesSagen aus älteren Vorarlberger Sammlungen( F. J. Vonbun) in seinBuch aufgenommen. Der Nutzen ist nicht recht ersichtlich, da VonbunsSagensammlung ja in einer neuen Ausgabe greifbar ist. Jedenfalls hätteder Verfasser auch in diesem Fall an Stelle des recht allgemeinen Hin-weises Aus Dr. F. J. Vonbuns Sagen" genaue Zitate bringen müssen.Zur besseren Orientierung für den späteren Benützer seien die ent-sprechenden Verweise hier nachgeholt: Die armen Seelen irrlichternim Ried"( S. 26) findet sich wieder bei F. J. Vonbun, Die SagenVorarlbergs" 2. Aufl. hg. von Hermann Sander( Innsbruck 1889), aufSeite 120 und in der Ausgabe von Richard Beitl( Feldkirch 1950) aufS. 67;Der Tischlers erste Frau( S. 30) auf S 120 bzw. S. 70; Mut-ter und Kind"( S. 31) auf S. 102 bzw. 69; Die Alte aus der Kehlen"( S. 32) auf S. 116 bzw. 68; Der Geist beim Pestbild( S. 35) auf S. 114bzw. 73; Der Pfifer"( S. 36) auf S. 116 bzw. 66; Bündtlittenbock"( S. 40) auf S. 115 bzw. 65;- Der Geist im Hohlweg"( S. 51) auf Seite115 bzw. 64; Das alte Mütterlein auf der Spinnstubat"( S. 60) aufS. 132 bzw. 61; Halterdorf"( S. 79) auf S. 257 bzw. 72; ,, Rochusses"( S. 80-81) auf S. 257 bzw. 74; Die Eidechse und die Schlange"( S. 87)auf S. 183 bzw. 62; Der Sechste( S. 92-93) auf S. 82 bzw. 71. Sollteder Verfasser jedoch beabsichtigt gehabt haben, noch einmal alle greif-baren Sagenaufzeichnungen für Dornbirn geschlossen zu publizieren,dann hätte er auch auf die jüngeren Aufzeichnungen verweisen müssen,etwa bei Richard Beitl, Im Sagenwald. Neue Sagen aus Vorarlberg"( Feldkirch 1953), wo auf den Seiten 91 bis 129 einiges für Dornbirn ab-fällt, u. a. auch Varianten zu den sagenhaften Berichten über den Fels-sturz am Breitenberg". An dieses Beispiel und an manche andere Er-zählung hätte sich die eine oder andere sagenkundliche Betrachtunganknüpfen lassen. Aber der Verfasser hat anscheinend nicht die Absichtgehabt, seine Sammlung nach irgendeiner Richtung hin auszuwerten.Es fehlt auch jeglicher Kommentar; nicht einmal Wörter, die nur Lesernmit genauer Lokalkenntnis verständlich sein dürften, erfahren hier einekurze Erklärung. Von einer zusammenfassenden Darstellung der Dorn-birner Sagen und ihrer Erzähler kann auch nicht die Rede sein. Da bie-ten auch die einleitenden Bemerkungen über Die Sage" von RudolfFischer keinen Ersatz. Wenn dort z. B. nachzulesen ist Wodan, vonden alten Germanen als ihr oberster Gott angesehen, als Führer der

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