Jahrgang 
73 (1970) / N.S. 24
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den beiden bildhaften Darstellungen dieser Wildtiere nicht um Ein-zelmodellierungen, sondern um Stempeldrucke handelt, muß es sichum eine Massen-, zumindest Reihenanfertigung einer Töpferwerk-stätte gehandelt haben, deren Sitz bisher nicht feststellbar war,da sich im gesamten Bereich österreichischer Keramik bisher keineGegenstücke haben nachweisen lassen. Trägt der springende, rück-blickende Hirsch einigermaßen Symbolcharakter, wir finden ihnneben den schon erwähnten Möbelmalereien auch auf Steinritz-zeichnungen und Felsbildern, so erschließt der Steinbock einenwesentlich anderen Gesichtskreis. Sein Gehörn wurde in der altenVolksmedizin als Aphrodisiakum verwendet, dem diese Wildartdie seinerzeitige vollkommene Ausrottung in den Alpenländernverdankt. Da der angegrabene Scherbenhaufen auf der Adelherrn-hube in der Leims als zu groß für einen Bergbauernhof zu geltenhat und nebenbei die variabelsten Keramikformen finden läßt, da-zu sich noch eine nicht kleine Anzahl von handgeblasenen kleinenFläschchen gesellt, die sich neben den großen Flaschen fanden, diebeide als Medizinflaschen angesprochen werden können, so könntean eine Erzeugungsstätte bäuerlicher Hausmedizinen gedacht wer-den. In erster Linie kommt die Brennerei von Latschenkieferöl inFrage, da alle Gegebenheiten dafür vorhanden sind. Ebenso könntean eine Pechölbrennerei gedacht werden, die dem Reichtum anharzigen Fichten und Latschen ihre Existenz verdanken würde. Beider Abgrabung der Böschung kam auch ein Teil eines großen Tro-ges zu Tage, der als Kühl- und Reinigungsbecken für die Gefäßegegolten haben mag. Schließen die Glasfläschchen nahezu gleicherGröße einen Handel mit Medizinen nicht aus- es kann auch Arnikavon den Almen des Kraubatheckes und Bibernell vom Talgrundverwendet worden sein, die als wesentliche Bestandteile bäuer-licher Medizin sowohl für Mensch und Tier zu gelten habenwird doch der Schluß naheliegen, daß es sich bei den mit demHirsch und Steinbock gezeichneten Tongefäßen um spezielle Töpfevolksmedizinischen Charakters handelt. Daß es sich nicht um Ge-fäße alltäglichen Gebrauches handelt, liegt auf der Hand. Werk-stätten, welche diese Marken in Verwendung hatten, sind noch un-bekannt. Es ist anzunehmen, daß der Inhalt der Gefäße mit denentsprechenden Bodensymbolen konform gehen mußte.

So

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