zell zurück) mit der Bahn gefahren, daher keine Einnahmen“. EinZirkus und ein„ Juxspiel“, per Waggon herangebracht, tun dem Ab-satz argen Eintrag( Dreistetten 1895), und es kommen allenthalben,, Obstlerinnen" auf die Märkte, so daß der Met übrigbleibt.
Zum Theresienfelder und zum Neustädter Wachszieher, mitdenen Wiedorn im ganzen Piestingtal im Wettbewerb stand, zumHainfelder Wachsler, die die Märkte in Rohr und Schwarzau be-schickten, kamen nun durch die verbesserte Verkehrsverbindungauch noch der Pottensteiner und der Neunkirchner Lebzelter. Zahl-reiche„ Süßkrämer“ und„ Gollatschenbäck“( Feigenhansl, Reichen-auer Jüdin, Fritschay, Hollinger, Schmidt, Slavina u. a.) beeinträch-tigten das Geschäft. Der verschärfte Wettbewerb zwang Wiedornzu verschiedenen Umstellungen. So mußte er„ Magnstrudel" undNußstrudel in sein Erzeugungsprogramm aufnehmen und mußtetrachten, immer den besten Standplatz zu ergattern; bei einemKirtag etwa genau gegenüber dem Eingang zum Tanzsaal. Mit einerder erst vor kurzem( 1869) eingeführten Postkarten kündigte ersich bei den Wirten im voraus an und zum Dank für einen gutenPlatz ,, spendierte“ er als„ Präsent“ der Wirtin ein„ Wachsstöckl,à 1 Gulden" oder ein„ Büchl, gezwickt, à 80 Kr." Sogar einen„ Obst-korb, à 1,50 Gulden" oder ein„ Blumenkörbl, à 2,60 Gulden“ mußteer einmal springen lassen. Auch den Vorbetern schenkte er nunhäufig ein„ Büchl“, damit„ Kranzl und Kerzl" auch wirklich bei ihmgekauft wurden.
Der gute Geschäftsgang hing aber auch von merkwürdigen Zu-fällen ab: Als zum Beispiel in Peisching gegenüber dem Saaleingangder„ Kletterbaum“ stand, von dem sich die Burschen als Trophäefür Geschicklichkeit eine Tabakspfeife, ein Taschentüchl oder einFläschchen Schnaps holen konnten, lenkten diese Kunststücke dieAufmerksamkeit der Besucher vom Lebzelterstand ab und schlech-tes Geschäft war die Folge. Während der Brand der Ortmann'schenFabrik am Kirtag in Neusiedl( 1892) eine arge Einbuße mit sichbrachte, stieg ein anderes Mal der Metabsatz gewaltig durch denDurst der Feuerwehrleute( Waldbrand auf dem Mariahilferberg am13. Juli 1884). Ein andermal bemerkt Wiedron traurig:„ Hätte kön-nen noch mehr verkaufen, wenn nicht gerauft woren wäre“( Scheu-chenstein 1881) oder„ An diesem Tag wurde Holz geschwemmt,drum keine Leute"( Naßwald, Christi Himmelfahrt 1880) oder ähn-lich:„ Nicht viele Leute, da die Arbeiter der Wasserleitung arbeitenmußten"( Naßwald, Karfreitag 1892). Geschäftsentgang entstandauch, als„, wegen Cholera kein Leonhardimarkt" stattfand( Piesting1892) und als die„ Brunner Prozession“ ausblieb, wegen Cholera( 1873).
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