Jahrgang 
73 (1970) / N.S. 24
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Besonders gute Abnehmer an Kerzen waren die Brunner( Pro-zession aus Brunn am Gebirge), die jährlich im September amQuatember Dienstag und Mittwoch mit über 100 Personen nachGutenstein kamen und außer den Kerzen für ihren Lichtelzug",einem alten Gelübde aus der Pestzeit entsprechend, stets noch sechsStück zu 1/3 Pfund und sechs Stück zu 1/4 Pfund erwarben.

Auch Büchl gab es gelbe, weiße und gezwickte. Kleine bos-sierte Wachsstöckl oder einfache Stöckl erhielt man zu 30, 50und 80 Kreuzer und zu 1 und 1,20 Gulden.

Eine besondere Sache waren die Kranzl. Diese weißen Krön-lein aus Wachs banden sich die Mädchen vor dem feierlichen Ein-zug der Prozession in die Wallfahrtskirche mit weißen Atlas-bändern aufs Haar. Sie mögen für die Wachszieher eine bedeutendeEinnahme gebildet haben, verkaufte Wiedorn doch allein amQuatember- Sonntag 1887 nicht weniger als 250 Stück davon.

An Lebzelten wurden geboten: Stückl à 10 Kreuzer, Busserlà 1 Kr., Tafeln à 2, 3, 4 und 5 Kr., beeiste Tafeln à 10 Kr. sowiePumpernickl, der mit Nüssen verziert und mit Eiklar bestrichenwar. Von den Preßburger und Nürnburger Packln" à 10 und20 Kr. sind die letzteren durch ihre besonders gute Qualität denalten Gutensteinern noch heute in Erinnerung. Außer dieser klei-nen Ware" verkaufte der Lebzelter die Tockenware". Dazu ge-hörten vor allem die Tocken", die den aus einem Lappen selbst-verfertigten Puppen in der Form ähnlich sahen und mit einemPapiergesichtchen und Zuckerguß verziert waren. Dann gab es Kindl und Reiter zu 5, 10, 20 und 50 Kr., Herzl" zu 5, 10, 20,30, 50 und 60 Kr., die hauptsächlich an Kirtagen, wenn getanztwurde, gefragt waren, ferner an Firmungstagen auf dem Maria-hilferberg Bischöf zu 6 und 10 Kr. und an den Nikolomärkten inPernitz und Schwarzau Nikolo zu 2, 3, 6 und 10 Kr.

Mit der Erzeugung und Verzierung aller dieser Waren mögendem Wachsler" und seinem Knecht, wie er den Gesellen nennt,wohl die Werktage, vor allem die vielen stillen Wintertage in Guten-stein vergangen sein und die geringen Einnahmen im Gwölb hät-ten sicher nicht zum Lebensunterhalt ausgereicht. Umsomehr bangteer um den guten Absatz an Markt- und Festtagen und berichtetenachher nicht nur genau über seine Einnahmen, sondern merktesich auch vor, was nächstes Jahr besser zu machen sei in bezug aufWarenangebot, Standort, Dauer der Marktfahrt und Rentabilität.Außer seinem Vater und seiner zweiten Ehefrau Luise verwendeteWiedorn stets familienfremde Verkäufer, die er mit zehn bis drei-Big Prozent am Gewinn beteiligen mußte. War die Rentabilitäteines Standortes niedrig, so fand er unter den Gutensteiner Hand-

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