Jahrgang 
73 (1970) / N.S. 24
Einzelbild herunterladen
 

Ostergebäcke

In Westösterreich Tiergebäcke( Hasen, Hirsche,Hähne).

In Ostösterreich( Niederösterreich, Burgenland) derOsterfleck, ein Nachfahre des steinzeitlichen Fladenbrotes;er hat die Gestalt eines flachen, durchschnittlich 30 cm großenTellers. Außer dem Osterfleck auch Kipfel, Mohn- und Nuẞstrudel.Am auffallendsten sind in obiger Zusammenstellung die tier-gestaltigen Gebildbrote in Westösterreich, wo-zu in einigen Gebieten noch Hakenkreuz-, Spiral-, Wirbelrad- undHerzgebäcke aufscheinen.

Festspeisen in ÖsterreichWeihnachtsspeisen

Fast in ganz Österreich verschiedene Breie. Krapfen imwestlichen Österreich, Mohn, Nußstrudel in Niederöster-reich, Burgenland. In Westösterreich Blut- und Leber-würste, in Ostösterreich Fische, Geflügel.

Saukopfessen zu Neujahr

fast in ganz Österreich.

Gweichtes zu Ostern

In vielen Landschaften Österreichs werden am KarsamstagSchwarzbrot, Weißbrot, Reinling, Selchfleisch, Würste, Butter, Eier,Kren, Salz in einem Korb zur Weihe in die Kirche getragen.

Hochzeits essen

ist in ganz Österreich durch viele Gerichte, darunter ein nie feh-lender Brei gekennzeichnet. Dann viele Getränke. In einigen Land-schaften kommt auch Triet auf den Tisch, d. s. gezuckerte, ge-bähte, mit Wein oder Most begossene Semmelschnitten eineköstliche und anregende Speise. Triet muß uralt sein, weil dasWort aus dem Lateinischen stammt: Trietextribus ingredientibus,d. h. aus 3 Bestandteilen, d. s. Wein, Semmel, Zucker. Vielleichtwurde diese Speise aus dem Klosteressen übernommen.

Das Festtagsessen ist im Gegensatz zur All-tagskost der Überlieferung treu geblieben.

Vom tieferen Eindringen in die volkstümliche Nahrung sindnoch manch wertvolle Aufschlüsse zu erwarten. Dazu kommt, daßalte Bauernspeisen heute häufig für immer verschwinden; ihrebaldige Aufzeichnung wäre dringend nötig. Und wie leicht könnte

50