Jahrgang 
73 (1970) / N.S. 24
Einzelbild herunterladen
 

stecken mit einer Hanfschnur. Am Ende des Peitschenstiels ist das Pfluar eit l befestigt, eine kleine geschmiedete Eisenschaufel,mit der die Pflugteile von anhaftender Erde befreit werden können.

Durch das Pflügen und auch durch den Regen wird Erde hang-abwärts befördert und muß wieder zum oberen Feldrand gebrachtwerden. Das erfolgt durch das Aufseilen. Dazu dient ein zweiräde-riger Karren, der Gårm. Mit Hilfe eines langen Hanfseilesvon etwa 20 mm Durchmesser und einem Seilrad, Acker-scheibn", am oberen Feldrand wird der Karren von Zugtieren hang-aufwärts gezogen. Das Seil ist an der Karrenachse befestigt, dieDeichsel steht hangaufwärts. Das andere Ende des Seiles wird mitHilfe des Stangenzieders mit dem Joch verbunden. Zuerstsind die Tiere oben und der Wagen unten. Zur Gewinnung der Erdewerden am unteren Feldrand vier oder fünf Furchen umgeackert.Beim Hangaufziehen des Karrens wird die Stange vom Stangen-tråger niedergehalten. Oben angekommen gibt er mit der Handein Haltzeichen, läßt das Stangenende aus und zieht den hinterenLaden heraus. Dadurch fällt die Erde heraus und wird mit einerHaue verteilt, ånglichn. Das Seilrad muß je nach Feldbreite mehr-mals umgesetzt werden.

Auch der Mist wird so auf das Feld geschafft, allerdings wirder in kleinen Haufen über die ganze Feldlänge verteilt. Der Karrenhat dazu beim Aufseilen keinen hinteren Laden eingesetzt und dieMistportionen werden mit einer drei- oder vierzinkigen Gabel, derenZinken winkelig abgebogen sind, dem Mist kreu", herabgezogen.

Zum Zerkleinern der Schollen dient die Egge, Arn. Sie be-steht aus einem trapezförmigen Holzrahmen mit mehreren Quer-leisten. In diese sind hölzerne oder eiserne Nägel schräg eingesetzt.Zum Ziehen der Egge dient ein Kettenzieder mit einem Zug-ring, das ist ein Eisenbügel, der auf dem ersten Querholz des Rah-mens hin und her gleitet. Vor der Saat erfolgt das Reißen vonoben nach unten, nach der Saat das Stroafn von unten nach oben.Wenn die Frucht aufgegangen ist, wird das Feld mit einer Holz-walze, der Blocha", überrollt. Die Walze ist in einem Holzrah-men gelagert und wurde früher von zwei Menschen gezogen.

"

Das Säen erfolgt aus dem Saafürta" oder dem Saa-sumper". Der aus Stroh geflochtene Säekorb war sehr verbreitetund wird vereinzelt auch heute noch benützt. Um die reifende Fruchtvor Schauer zu schützen, wird am Ostersonntag ein Segenkreuzam Feldrand in die Erde gesteckt. Das Kreuz wird aus einem Stückvon dem am Karsamstag am geweihten Feuer angebrannten Holz,dem Weichholz oder Feuerprügl, und einem Zweig vom Palm-buschen gebildet.

5