Das Joch, ein Doppeljoch für zwei Tiere, wird hinter denHörnern aufgelegt und mit den um Stirn und Hörner geschlungenenJochriemen festgebunden. Diese Art der Jochbefestigung ermöglichtbeim Bergabfahren mit dem Wagen ein Zurückhalten der Last.
Der Jochriemen ist ein vier bis fünf Meter langer, 15 mmbreiter Lederriemen. Um ein Scheuern des Riemens an der Stirnund ein Drücken des Joches hinter den Hörnern zu vermeiden, wirdüber die Stirn und zwischen die Hörner der„ Filz" gelegt. Das istein mit Schafwolle oder„ Lumpen“ gefüllter Polster, mitunter auchnur ein Stück Schaffell. Die Hörner müssen für das Einspannen,das„ Einwedn“, eine besondere Form und Stellung zum Kopf haben.Wenn dies beim Kalb nicht der Fall ist, werden Richtjoche,„ Hörndlzieher“, angelegt. Es gibt davon verschiedene Arten.
Die Jochriemen werden am Faschingdienstag geschmiert. Dasist Bauernarbeit. Zum Schmieren wird der Riemen zunächst mitdem einen Ende an einem Haken, der Türangel oder dergleichenbefestigt und dann mit Unschlitt oder„ Schmer" fest eingerieben.„ Schmer“ ist roher Filz, der beim Schweineschlachten zu eineretwa armdicken Rolle zusammengedreht, mit Spagat umwunden undals Hausmittel aller Art aufbewahrt wird. Nach dem Einfettenwerden die Riemen dreimal zusammengelegt. Zwei Männer fassenje einen Riemen an den Enden, legen die beiden Riemenbündelkettengliedartig ineinander und ziehen fest an, wobei die Riemenhin und her bewegt werden. Bei dieser Arbeit müssen die Riemenheiß werden. Bei der rhythmischen Bewegung wird gesungen, etwain einem beobachteten Fall der„ Strohschneider“:„ Schnei oschnei o..." Durch das Fetten der Riemen am Faschingdienstagsoll verhindert werden, daß das„ Biesmandl", die Dasselfliege, überdas Vieh kommt.
Die Tiere haben ihren bestimmten Platz am Joch, sie werdenfür eine Seite„ zamt“. Das eine Tier geht immer von hinten ge-sehen-rechts als„ Stei( d) l“ oder links als„ Woi( d) l“. Die Tieresollen möglichst gleich groß sein. Wenn auf einem Hof ein„ ein-schiftigs" Vieh, ein„ Ortiger", steht, sucht der Bauer ein gleicheseinzuhandeln. Dazu zog er mit dem„ Handelstecken" los.Das war früher ein Haselstecken, der im Herbst geschnitten unddurch Abziehen der Rinde verziert wurde. Ein Bauer erinnert sichnoch an den zirka zwei Meter langen Stecken seines Großvaters.Oben war aus Wurzelteilen ein Knauf gebildet und unten eine Eisen-spitze angebracht. Die Rinde war so entfernt, daß am oberen Teildie Viehhöhe in„ Faust“ durch Rindenringe bezeichnet war. Um denanderen Stockteil wand sich eine aus der Rinde ausgesparteSchlange. Es gab auch Stecken, die so wie die Pirschstecken Rinden-
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