Jahrgang 
72 (1969) / N.S. 23
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Bogens, den ein Augsburger Hinterglasmaler um weitere ausgeschnittenekolorierte Krippenkupferstiche vermehrt, hinter Glas geklebt und miteinem gemalten Himmel usw. versehen hat: im Gesamt ein stattliches Krippenbild, mit Rahmen 79 cm lang und 67 cm breit( Inv.-Nr. 47.626).Von den weiteren Arbeiten ist besonders die intensive Arbeits-geräteforschung von Maria Kundegraber, Vom Heutragen und Heu-ziehen in Gottschee"( mit guten Bildern und Zeichnungen) hervorzu-heben. Eindrucksvoll der Aufnahmeversuch von Ulrich Tolksdorf,, Das Schlachten in Ost- und Westpreußen"( mit Kartenskizzen) und einehistorisch unterbaute Erinnerung an eine wichtige deutschungarischeWallfahrt von Eugen Bono mi Máriaremete/ Maria Einsiedel". Stärkerhistorisch ist die Zusammenfassung Deutsche Handwerkerzünfte undInnungen in Polen von Otto Heike eingestellt, ein Thema, dem übri-gens Walther Kuhn einstmals sein erstes Buch Gott segne ein ehrbarHandwerk! Ein Bild des Zunftlebens der alten Zeit in Bielitz- Biala"( Plauen 1926) gewidmet hatte. Über einen Vorsänger aus der Dobrudschaberichtet Hartmut Braun: Zur Charakteristik des VolksliedsängersPaul Ruscheinski aus Karamurat."

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Die zweite Abteilung des Jahrbuches ist wie immer den Berichtenverschiedener Institute usw. gewidmet. Man erfährt hier, daß HertaWolf- Beranek ein Volkskundliches Archiv des SudetendeutschenWörterbuches" aufgebaut hat, wie Alfred Cammann seine For-schungsstelle für ostdeutsche Volkskunde in Bremen und Niedersachsenbewältigt, und was Alfons Perlick am Ostdeutschen Volkskunde-Archiv in Nordrhein- Westfalen" arbeitet. Es ist in vieler Hinsicht er-staunlich, was von den betreffenden Einzelpersönlichkeitendenn umsolche handelt es sich doch im wesentlichen- geleistet wird. Man wirdaber auch den Eindruck festhalten müssen, daß es sich um Leistungeneiner versinkenden Generation handelt. Selbst die jüngeren Forscher aufdiesem weiten Feld sind größtenteils schon an der Grenze ihrer amt-lichen Wirkungszeit angelangt: Bruno Schier gratuliert hier WaltherKuhn zum 65. Geburtstag, und Erhard Riemann wieder Bruno Schierzur gleichen Gelegenheit. Zu den gleichen Anlässen sind Biographien,Festschriften usw. erschienen, die alle unter anderem auch bezeugen, daßhier etwas aufhört, ohne daß es zu sehen wäre, wie die Zukunft in die-sem Bereich ausschauen könnte. Das Jahrbuch" wird einmal ein Monu-ment dieses Vorganges sein.Leopold SchmidtWolfgang Emmerich, Germanistische Volkstumsideologie. Geneseund Kritik der Volksforschung im Dritten Reich(= Volksleben,Bd. 20). 368 Seiten. Tübingen 1968. Tübinger Vereinigung für Volks-kunde e. V.

Hermann Bausinger hat es vor einiger Zeit für notwendig befunden,sich, Zur nationalsozialistischen Volkskunde"( Zeitschrift für Volkskunde,Bd. 61, 1965, S. 177 ff.) zu äußern. Nun hat ein Schüler von ihm das Themabreiter erfaßt und in dem Geist, der gegenwärtig an manchen Univer-sitäten der Bundesrepublik herrscht oder doch zu herrschen versucht,behandelt. Alles, was heute an Phrasen und Nomenklaturen da üblichist, wird auf das ein Vierteljahrhundert zurückliegende Kapitel unsererForschungsgeschichte angewendet, Weil irgendeinmal der Ausdruck ,, Ideo-logie in diesem Zusammenhang gefallen ist, werden wir mit einemganzen Kapitel Ideologie als Schlüsselbegriff beglückt, und da fehltnun keiner der heute anscheinend viel gelesenen Literaten draußen,von Adorno über Bloch und Horkheimer bis zu Mannheim und Topitsch,

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