Literatur der Volkskunde
Josef M. Ritz, Gislind M. Ritz, Alte bemalte Bauernmöbel.Geschichte und Erscheinung, Technik und Pflege. 70 Seiten mit87 Abbildungen im Text und 50 Farbabbildungen auf Tafeln. Mün-chen 1968, Verlag Georg D. W. Callwey.
Seit dem Erscheinen der ersten Auflage dieses längst zum bekannte-sten Werk der deutschen Bauernmöbelforschung gewordenen Buches sinddreißig Jahre verstrichen. Die erste Auflage ist damals in unserer Zeit-schrift( WZV Bd. 44, 1939, S. 77) recht kühl besprochen worden, eigentlichunter dem Niveau Arthur Haberlandts, der damals schreiben konnte„ Sinngebung und Deutung der Bildersprache des Volkes hätte von Ritzetwas forscher angegangen werden können“. Mein Gott,„ etwas forscher".das hätte man sich 1939 wohl nicht gedacht, wohin diese Parole nochführen würde. Immerhin, dem Ritz" hat die Besprechung nichts ge-macht, das Buch hat nunmehr die 5. Auflage erlebt, es sind insgesamtschon 25.000 Exemplare gedruckt worden, eine Zahl, die vermutlich vonkeinem zweiten deutschen Volkskunstband erreicht wird.
Seit der 3. Auflage betreut die Tochter des Verfasser das Werk. Siehat sich nach dem Tod des Vaters ständig bemüht, den Text, der niewesentlich umfangreicher werden durfte, auf der Höhe der Forschungunserer Zeit zu halten. Man merkt es auch bei dieser 5. Auflage, wievielsie an neuer und neuester Literatur noch hineinarbeiten konnte, wenig-stens in knappen Hinweisen und in den Literaturangaben. Der Tenor desTextes, die auf Volkskunst im engeren Sinn eingestellte Ausrichtung, istgleich geblieben, und auch bei Behandlung der Farbsymbolik usw. nichtetwa forscher geworden. Aber was gesagt wird, das findet sich immerdurch Bilder unterstrichen, nunmehr schon durch 50 Farbabbildungen.was doch einen sehr beachtlichen Querschnitt durch das Gebiet bedeutet.Die Bilder stammen von verschiedenen Photographen bzw. sind ver-schiedenen Quellen entnommen, daher etwas ungleich. Durch das Ka-schieren der Drucke auf einen gleichmäßigen neutralen Grund merkiman die zum Teil doch beträchtliche Verschiedenheit der Qualität nicht sosehr. Die Vermehrung der Schwarzweißabbildungen erscheint sehr nütz-lich, da sind viele Stücke dargeboten, die man bisher kaum in diesen Zu-sammenhang gerückt hat. Ganz neue Bilder sind auch in dem erstmaligerstellten Abschnitt„ Technik und Pflege" aufgenommen, der sowohl dieMaltechniken und die dabei verwendeten Farben wie die verschiedenenMöbelschädlinge und ihre Bekämpfung behandelt. Für Sammler also vonbesonderer Wichtigkeit. Die Werte oder Unwerte der einzelnen Methodenmögen die Restauratoren unter sich diskutieren. Auch diesem Abschnittist ein eigenes Literaturverzeichnis beigegeben.
Leopold Schmidt
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