praxis bzw. ihr angenäherte Gebräuche, das Nächtigen in Kirchenund Kapellen bezeugt, aber nicht für Sizilien, sondern für zahl-reiche Orte in Sardinien 18). Aber in diesen Fällen haben dieseBräuche wiederum nichts mit Kosmas und Damian zu tun.
So trennen sich also die aus der heidnischen Glossar ::: zum Glossareintrag heidnischen Antike stammen-den Überlieferungsstränge: Wir finden die Verbindung von Kos-mas und Damian mit dem Heilschlaf heute nicht mehr vor. Wirfinden aber beides getrennt. Die legendären Überlieferungenstammen jedenfalls in Süditalien und Sizilien aus jüngerer Zeit.Sie beziehen sich heute auf die Epiphanie der beiden Heiligen, mitdeutlicher Erinnerung daran, daß sie von Osten übers Meer ge-kommen sind. Wie bei den Grotten der Basilianer- Mönche( undz. T. wohl konkomitant mit deren Niederlassungen) weist auch dieVerbreitung ehemaliger Kosmas- und- Damian- Kirchen auf denHerrschaftsbereich der Byzantiner zwischen dem 7. und 11. Jahr-hundert hin: Apulien und Kalabrien, Neapel und Amalfi, KüstenOst- und Nordsiziliens, z. T. Sardiniens 14). In Sferracavallo wirddie Ankunft der beiden Heiligen übers Meer in den Prozessionendargestellt. In der Marina di Ragusa( Südost- Sizilien) läßt mansogar die beiden Heiligen in Gestalt ihrer Statuen in einem Kahnübers Meer herankommen 15). Antik mag dabei im speziellen sein,daß die beiden Ärzte, wie auch andere Nothelfer, in Gestalt ihrerStatuen auftreten 16).
Dann gibt es weiter eine Menge von Legenden über Wunder-heilungen, die bei Kultbildern überliefert sind. Am„ modernsten“mutet davon, beiläufig erwähnt, jene Legende an, nach der Kos-mas und Damian einem Mann ein krankes Bein amputierten unddafür das Bein eines Negers Glossar ::: zum Glossareintrag Negers überpflanzten. Die Szene soll in derKosmas- und- Damian- Kirche in Rom stattgefunden haben. Dar-gestellt ist sie auf einer florentinischen Miniatur aus der SchuleBellinis 17). Die Legende von dieser Überpflanzung soll aus der
13) Nach Angaben von Frau Prof. Dr. Clara Gallini( UniversitätCagliari).( Unveröffentliche Feldnotizen.)
14) Kriß und Kriẞ a. a. O., S 199 f.; P. Pietro Chioccioni,T. O. R., Vita illustrata dei Santi Cosma e Damiano. Roma 1967, S. 29.15) Mitteilung von Privatdozent Dr. Horst Reimann( Heidelberg).( Beobachtet August 1967.)
16) Vgl. Geffcken a. a. O., S. 235:„ Sie erscheinen in der Gestaltihrer Statuen". Genau so noch heute in Tarent und Sferracavallo. Dort,wo der Kult völlig verödet ist, stehen die völlig identischen- Statuender beiden Heiligen nebeneinander in der Kirche; so z. B. in Rom und inPalermo.
17) Eine weitere Darstellung findet sich auf einem spätgotischen Tafel-bild aus der Kirche in Ditzingen( Württemberg), jetzt im Württem-bergischen Landesmuseum in Stuttgart( wiedergegeben als Titelbild beiWittmann a. a. O..).
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