haben 31). Er fand sie ganz so geschmiedet wie jene in Bayern undseiner Meinung nach sei ihre Technik von diesen nicht abweichend.Inzwischen waren in den Jahren vor 1905 die niederösterreichi-schen Eisenopfer aus der Sammlung Frischauf als Leihgabe insKrahuletz- Museum Eggenburg gekommen 32), wo sich nun 22 vonSchwarzensee stammende eiserne Figuren befanden. Von diesenteilt Andree weiters mit, daß sie aus dickem Eisen geschmiedetwaren und ihre Beine und Hörner durchgesteckt und ihre Schwänzezuweilen gedreht seien. Und somit kennen wir um die Jahrhun-dertwende immerhin schon die stattliche Zahl von insgesamt 97eisernen Votiven aus Schwarzensee. Um 1910 hören wir dann aufeinmal von einer Sammlung eiserner Opfertiere aus der Kirche inSchwarzensee im Kaiser- Franz- Josef- Museum am Mitterberg inBaden, welche Pferde, Kühe etc. umfaßte 33). Über ihre genaueAnzahl wurden wir nicht näher unterrichtet. Vermutlich stammensie von den 75 am Gnadenort vorhandenen. 1912 berichtet uns dannAlfred Walcher von Molthein, daß der größte Teil der Votivfigurendes N.-Ö. Landesmuseums aus der Ägidiuskapelle von Schwarzen-see stammt. Er nennt vor allem Rinder und Pferde, seltenerSchweine, Schafe, Ziegen und Hunde 34). Wahrscheinlich sind sieeine Spende Frischaufs an das damals im Aufbau befindliche N.-Ö.Landesmuseum. Aber merkwürdigerweise waren nach Carl Wes-sely sogar noch 1914 die 75 Stück im Korb in der Sakristei erhalten.Vielleicht aber stimmt das für diesen Zeitpunkt wirklich nichtmehr 35). Wessely sah in der Hauptmasse Rinder und Pferde,seltener Schafe und Schweine, er nennt sie plump, schematisch, roheArbeiten der Dorfschmiede, wobei man sie als konventionell- alter-
31) Richard Andree, Votive und Weihegaben des katholischen Volksin Süddeutschland. Ein Beitrag zur Volkskunde. Braunschweig 1904, S. 89.32) Vgl. auch Führer durch die volkskundlichen Sammlungen desKaiser- Franz- Josef- Museums am Mitterberg a. a. O., S. 10; Gustav Cal-liano, Geschichte der Stadt Baden in Niederösterreich, I. Bd., Baden o. J.,S. 284; Führer durch das Kaiser- Franz- Josef- Museum und die KurstadtBaden a. a. O., S. 61, Nr. 52, Abb.; Katalog des städtischen Krahuletz-Museums in Eggenburg, Wien( 1905), S. 65. In der 2. und 3. Auflage desKataloges sind Eisenopfer nicht mehr erwähnt.
33) Führer durch die volkskundlichen Sammlungen des Kaiser- Franz-Josef- Museums am Mitterberg a. a. O., S. 9 f.; W. Hermann, DieMuseen von Baden bei Wien(= Badener Bücherei XIV), Baden o. J., S. 8;K. Lang, Österreichische Heimatmuseen a. a. O., S. 72; Gustav Cal-liano, Geschichte der Stadt Baden in Niederösterreich, I. Bd., S. 284,Abb. Fig. 187.
34) Alfred Walcher von Molthein, Das niederösterreichische Lan-desmuseum in Wien.( Kunst und Kunsthandwerk, XV. Jg., Wien 1912,S. 466.)
35) Vgl. Carl Wessely, Opfertiere.( Urania, VII. Jg., Nr. 4-6, Wien,Februar 1914, S. 25 f.)
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