Breite, die durch das vordere Beinpaar gebildet wird, beträgt5,3 cm und der Abstand der hinteren Beine 5 cm. Der Körper bzw.Rumpf besteht wieder aus einem Kanteisen, dessen Kanten scharfabgerundet sind. Zum Unterschied vom ersteren ist hier der Rumpfgut proportioniert, sein Rücken gerade und eine klar ausgebildeteBauchwölbung vorhanden. Von oben gesehen wird der Rückennach vorne zu dicker. Weiters existiert auch ein Euter mit vierZitzen; diese sind wie Zähne eines Eisenkammes gestaltet, zwei bisdrei mm dick und ungefähr einen halben cm lang. Je zwei vonihnen sind abwechselnd etwas nach rechts und nach links gebogen,so daß der Eindruck einer gewissen Plastizität entsteht. Auch derKopf und der dünne Hals sind besser durchformt als beim ersterenTier. Zu beiden Seiten befindet sich je eine kreisrunde Augenver-tiefung. Der Maulspalt ist nur vorne und nicht etwa wie beimersteren seitlich eingekerbt. Hörner und Ohren sind aus demHauptstück herausgearbeitet, verhältnismäßig klein und dünn,dafür aber laufen sie ziemlich gerade zurück und sind nicht nachoben gebogen; ihre Spannweite beträgt nur 3,3 cm. Zwischen ihnenund dem Hals befinden sich die in gleicher Richtung verlaufendenOhren, die ein ovales oder annähernd ellipsenförmiges Aussehenhaben. Die Beine sind aus einem im Schnitt querrechteckigen Kant-eisen, das zu einem verhältnismäßig breiten Bogen geformt ist, derdurch den Rumpfteil gezogen wurde. Die Hufe wiederum fandennur durch die unten umgebogenen Beinenden Andeutung. DerSchwanz ist nicht sehr typisch; da er in der Seitenansicht sehr breiterscheint, sieht er eher wie ein Pferdeschweif aus. Er hat etwasAbstand vom Körper, fällt aber sonst gerade herunter. Durchgekerbte Zacken am unteren Schwanzrand soll wohl eine Schweif-quaste angedeutet werden. Der Abstand des unteren Randes vomBoden beträgt 22 cm. Im Vergleich zum Rind ist dieses Tiereleganter und mehr proportioniert, anatomisch richtiger, weilhöher und kürzer. Allerdings jedoch bilden die breiten„ Bein-bögen“ ein sehr schwerfälliges Moment.
Auch in unmittelbarer Nähe von hier, am Sonntagberg, soll eseinst Opfertiere gegeben haben. Ein Beleg aus dem StädtischenMuseum Hollabrunn scheint dies zu beweisen 10).
Erfreulicherweise fanden sich auch weiter ybbsaufwärts imMuseum Lunz am See einige Eisenopfer 11), fünf an der Zahl; ihreHerkunft ist nicht mehr festzustellen 12). Sie besitzen formmäßigkaum Entsprechungen, vielleicht waren sie einst bei einem Lunzer
10) Karl Lang, Österreichische Heimatmuseen, Wien- Leipzig 1929,S. 98; Inv.-Nr. D 79.
11) Ebd., S. 113.
12) Vgl. Unsere Heimat, N. F. II. Bd., Wien 1929, S. 355 f.