stellte, für dessen Wohlergehen sie den Heiligen um seine Fürbitteansprachen. Diese Opfer waren alle aus Eisen und stellten diegewöhnlichen Haustiere als Ochs, Kühe, Schweine, Schafe undZiegen vor. Diese Opfer wurden in der Sakristei gelöst und aufden Altar gebracht und der eingegangene Betrag aber der Kircheverrechnet( 4 Fl. 17 kr; 1776). Doch sind selbe schon lange außerGebrauch." Soweit dieser Bericht. Vermutlich wurde der Opfer-gang in der Kirche, welche übrigens als Pfarre dem Zisterzienser-stift Neukloster in Wiener Neustadt inkorporiert war, irgendwannim Zeitalter der Aufklärung, im Zuge der josefinischen Reformeneinfach abgeschafft. Bis in die jüngste Gegenwart befand sich ineiner Altarnische an der Nordseite der Kirche in Würflach einPatritius- Seitenaltar. Jetzt hängt an dieser Stelle ein Altarblattmit einem Patritius- Bildnis.
Ein etwas älterer Beleg aus dem Jahre 1720 ist im nicht allzuweit von hier entfernten Markt Piesting nachzuweisen, wo derVerkauf eisengeschmiedeter Votivtiere üblich war. Ihre Erzeugersind die hier ansässigen Hacken- und Hammerschmiede gewesen,die am Leonharditag diese Eisentiere an Ständen bei der Leonhardi-kirche als Opfergaben feilboten. Solche Opfer können bis um 1792in Piesting nachgewiesen werden, dann verliert sich ihre Spur.Wallfahrer kamen zu dieser Zeit aus Waidmannsdorf, Wöllersdorf,Hölles, Herrnstein, Grillenberg, St. Veit, Eggendorf und Weikers-dorf, vermutlich auch noch aus vielen anderen bäuerlichen Ortender Umgebung. Die Streuung der Opfer war demnach weit. NachVerschwinden dieses Brauches scheinen dann die meisten vorhan-denen Eisenopfer zur Gänze dem eisenverarbeitenden Gewerbezum Opfer gefallen sein, weil Alteisen ja immer Mangelwarewar ¹).
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Eine andere Mitteilung über Eisenopfer in St. Leonhard amWalde, GB Waidhofen a. d. Ybbs, verdanken wir Franz Gum-pinger 5). Einer Abmachung zufolge gehörten dieser Kirche seitaltersher die Wachs- und Eisenopfer, wahrscheinlich sind darunterVotivgaben gemeint. Frau Barbara Simhandl in Amstetten konntedarüber aus eigener Anschauung spezielle Mitteilungen machen 6).Sie berichtete mir von einer Anzahl eiserner Opfertiere, ca. 20 Rin-dern, die bis in die Zeit des Ersten Weltkrieges am Altar derKirche von Bauern am Leonhardifest hingestellt und so geopfert
4) Ernst Katzer, Wallfahrten und Prozessionen nach alten Pfarr-orten.( Kulturbeilage zum Amtsblatt der Bezirkshauptmannschaft Wie-ner Neustadt, Nr. 7, Wr. Neustadt, 1. April 1968, S. 2.)
5) F. Gumpinger, Neuhofen a. d. Ybbs, Bezirk Amstetten, N.-O.Abriß der Pfarr- und Ortsgeschichte... St. Pölten 1966, S. 7.
6) Freundliche Mitteilung von Frau Barbara Simhandl, Amstetten.