Albert Walzer, Baden- Württembergische Bauernmöbel. Teil I:Bauernschränke(= Der Museumsfreund. Aus Heimatmuseen undSammlungen in Baden- Württemberg. Heft 8/9, Stuttgart 1968),128 Seiten, mit 142 Abb. und 8 Farbtafeln. Bezug durch Silberburg-verlag W. Jäckh, Stuttgart.
Es kommt vor, daß gewisse Stoffgebiete unseres Faches mit einemMal an mehreren Stellen zugleich interessant und daher auch bearbeitetwerden. Die bäuerlichen Möbel sind längere Zeit hindurch in vielenGegenden vielleicht gesammelt, aber durchaus nicht fachlich bearbeitetworden. Nunmehr ergeben sich hintereinander Veröffentlichungen, dieoffenbar auf fast gleichzeitig durchgeführte Bearbeitungen schließenlassen.
Unter diesen scheint das vorliegende Doppelheft der badisch-württembergischen Museumszeitschrift besonders bemerkenswert. Aufdie von Albert Walzer äußerst sorgfältig gestalteten Hefte war gelegent-lich schon aufmerksam zu machen. Ihr Grundprinzip, nämlich sonst fastunbekanntes oder doch ungreifbares Material der vielen größeren undkleineren Museen bekannt zu machen, ist vorzüglich und nachahmens-wert. Auch über die Möbel der Landschaft konnte man sich bisher nurzum Teil orientieren: Nunmehr hat man zunächst wenigstens für dieKasten das gesamte erhaltene Material schön geordnet vor sich. Walzerhat mit nüchterner Systematik gegliedert: Schranktypen( mit hohenglatten Türen, mit 4 Füllungen auf den Türen, der Säulenschrank), dannVerzierungen( Holzauflagen, Aufgeklebte Graphikblätter, Auf Blank-holz, Furnierimitation, Marmorierung, Unifarbene Grundierung, undschließlich: Zu den Bildmotiven der Füllungen und Felder). Man findetsich also leicht zurecht. Mehr als eine solche zeit- und landschaftsstili-stische Zuordnung soll ja zunächst nicht gegeben werden. Die Abbil-dungen, deren reiche Fülle eigens hervorgehoben werden soll, gestattetjede andere Form des„ Lesens" dieser Volkskunstwerke.
Für die topographische Erschließung des alten Möbels bedeutet dasHeft also eine sehr wertvolle Bereicherung. Jede weitere Arbeit aufdiesem Gebiet wird von ihr, von ihren zahlreichen Abbildungen, nichtzuletzt von den schönen Farbtafeln beträchtlichen Gewinn ziehen können.Leopold Schmidt
Keysers Kunst- und Antiquitätenbuch Band III. 480 Seiten, 16 Farb-tafeln, 32 Seiten Schwarz- Weiß- Abbildungen, Strichzeichnungen imText. München 1967, Keysersche Verlagsbuchhandlung. DM 32,80.Der steigende Wohlstand der letzten Jahre hat den Antiquitäten-handel und die Sammelfreude ganz beachtlich anwachsen lassen. DieVerlage haben den Zug wohl bemerkt, und sich mit verschiedenen Samm-lerhandbüchern von mehr oder minder lexikalischem Charakter ein-gestellt. Manche davon haben, ebenfalls einem Zug der Zeit folgend,auch die verschiedenen Gebiete der Volkskunst bereits zu berücksich-tigen begonnen. Freilich sind viele der bisher vorliegenden Darstellungennicht von direkten Kennern, vielmehr von Nachschreibern und Auswer-tern gemacht worden, so daß es sich dabei kaum um wirklich förderlicheLiteratur handeln konnte.
Anders beim vorliegenden Band. Das Keysersche Kunst- und Anti-quitätenbuch hat im Verlauf der letzten zehn Jahre schon zwei umfang-reiche Bände über die verschiedensten Sammelgebiete vorgelegt, undgreift nunmehr mit diesem III. Band auch auf das Gebiet der Volkskunstaus. Der Verlag hat sich dabei alle einschlägigen Beiträge von Fach-
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