Jahrgang 
71 (1968) / N.S. 22
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hang zwei Belege aus dem Mirakelbuch von Maria Eck, in deneneinmal ein Mann seine versprochene Kirchfahrt nach Maria Ecknicht ausführt und statt dessen nach Altötting geht. Daraufhinwird er krank und es erscheint ihm die hl. Maria von Eck undbefiehlt ihm, er müsse zu ihr pilgern( 1634). Ein anderesmalverlobt sich eine Frau wegen lahmer Füße; sie wird gesund, opfertaber die wächsernen Füße wo anders hin, worauf sich die Krank-heit wieder einstellt; erst als sie die Füße an dem richtigen Ortopfert, wird sie gesund( 1634). Ebenso beweiskräftig sind zweiBelege aus dem Mirakelbuch von Traunwalchen. Als wegen desBeinbruches eine Wallfahrt nach Altötting gelobt wurde, erscheintdem Votanten Maria von Traunwalchen und befiehlt ihm, er sollezu ihr kommen( 1514). Einer anderen Frau wird geraten, sichnach Traunwalchen zu verloben, worauf sie erwidert, diese Wall-fahrt sei nicht so groß, wie die nach Altötting. Da erscheint ihrMaria von Traunwalchen und sagt ihr, sie tue eine große Sünde,daß sie der Fahrt widerrede. Daraufhin verspricht sie sich miteinem lebendigen Opfer und einer Kerze, um ihren Leib gemes-sen 16). Die verschiedenen Gnadenbilder werden hier so sehr alsselbständige Wirklichkeiten aufgefaßt, daß die Tatsache, daß essich bei ihnen um Verbildlichungen der nämlichen Gestalt handelt,gar nicht mehr ins Bewußtsein tritt. Um ähnliche Situationen han-delt es sich, wenn auf den Votivbildern zwei Gnadenbilder der-selben hl. Gestalt angerufen werden. Auf einer Votivtafel inGeiersberg bei Deggendorf aus dem Jahre 1816 findet man dieMuttergottes von Geiersberg und jene von Samerei zugleich ange-rufen. Die Widmung beginnt mit den Worten: Hilf, Maria Hilf,und steh mir bei von Geyersberg und Samerey..." 17). Häufigerals in Deutschland begegnet man solchen Abbildungen in Italien.Kriss- Rettenbeck bildet eine Votivtafel aus der Mitte des 16. Jahr-hunderts aus Santa Maria del Monte( Prov. Emilia) ab, auf welcherzwei verschiedene Typen der Muttergottes mit dem Kind dar-gestellt sind 18). Noch weit öfters begegnet man derartigen Abbildungen im 19. und 20. Jahrhundert, und zwar besonders in Unter-italien. Auf einem Votivbild von Madonna del Carmine in Neapelaus dem Jahre 1928 sieht man drei marianische Gnadenbilder inderselben Wolkengloriole 19). Ein sehr ähnliches stammt aus der-selben Kirche und wurde von Kriss- Rettenbeck unter Nr. 37, S. 41,abgebildet. Ein drittes stammt ebenfalls aus Neapel, und zwar ausSan Vincenzo della Sanità( ca. 1925) und stellt außer drei männ-

16) Derselbe, ebendort, Bd. III, S. 262.

17) Kriss Rettenbeck, Das Votivbild, Abb. 83, S. 72.18) Derselbe, ebendort, Abb. 68, S. 60.

19) Derselbe, ebendort, Abb. 21, S. 30.

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