Schriftleiter der Zeitschrift des Vereins, Rudolf Hertinger. Dannist von dem verstorbenen bedeutenden Krippenkenner Wilhelm Dö-derlein ein Beitrag„ Aus der Geschichte der Weihnachtskrippe" ab-gedruckt. Von den weiteren Artikeln sei nur der eines Spezialsammlers,Werner Engelhardt, über„ Papierkrippen" erwähnt. Nach den Ar-tikeln folgen verschiedene Zusammenstellungen, von verdienten Krip-penfreunden, älteren bayerischen Krippenmeistern, den Organisationender Krippenfreunde, der Museen und Sammlungen mit Krippen in Eu-ropa, zusammengestellt von Lenz Kriss- Rettenbeck, ferner eine,freilich etwas lückenhafte Aufzählung von„ Sehenswerten Krippen undKrippendörfern". Sogar die wichtigste Literatur zur Krippenforschungfindet sich zusammengestellt, und man wird dabei den nicht unbeträcht-lichen Anteil Österreichs mit Vergnügen feststellen dürfen. Das Hand-büchlein wird sich also auch bei uns als nützlich erweisen.
Leopold Schmidt
Louis Carlen, Das Goms(= Schweizer Heimatbücher, Bd. 128).20 Seiten Text, 1 Kartenskizze, 32 Bildtafeln. Bern 1966, Verlag PaulHaupt. sFr. 6,50.
In der schönen, volkskundlich immer wieder bemerkenswertenReihe ist ein schmaler Band über das oberste Oberwallis erschienen,also jene gletschernahe Landschaft, in der„ die Rhône" noch„ der Rotten"heißt. Diese Berg- und Paßlandschaft, wo Grimsel und Furka die Über-gänge darstellen, hat in Louis Carlen, dem auch volkskundlich aufgeschlos-senen Historiker der Landschaft, einen kundigen Darsteller gefunden.Carlen gibt eine gute Einführung in Vorgeschichte und Geschichte desGoms, wobei für uns nicht nur die alemannische Besiedlung, sondernauch das Verharren der Landschaft beim katholischen Glauben zu be-tonen ist. Wenn es für die Barockzeit heißt, daß damals in 150 Jahrennicht weniger als 70 Kirchen und Kapellen dort entstanden seien, dannbesagt dies für Wesensart und Volkskunst selbstverständlich sehr viel.Die Bilder zeigen die Häuser und Speicher in hochalpinem Blockbau,rund um die gemauerten Kirchen und kleinen Rathäuser. Die langenHochgebirgswinter haben alle künstlerische Kultur ins Innere der Ge-bäude gebannt. In den Kirchen zeigen gotische Flügelaltäre und ihrebarocken Nachfolger einen oft prangenden Reichtum; die durch denPaẞverkehr offenbar mitunter recht wohlhabend gewordenen Gomserkonnten sich bedeutende Meister, beispielsweise Jörg Keller aus Luzern,zur Erstellung ihrer Altäre leisten. Die köstlichen Fresken am soge-nannten Tellenhaus zu Ernen, 1578, weisen auf die innerschweizerischenZusammenhänge hin.Leopold Schmidt
Ilona R. Tombor, Alte ungarische Schreiner- Malereien. 15.- 19. Jahr-hundert. 65 Seiten mit 14 Abb. im Text und 48 Abb. auf Tafeln,1 Karte. Budapest 1967, Corvina- Verlag.
In der Reihe der kleinen, nützlichen Monographien des UngarischenKunstgewerbemuseums erscheint hier ein schmales Buch, das in äußerstverdienstvoller Weise über ein Zwischengebiet berichtet, das der Volks-kunstforschung zwar immer schon aufgefallen ist, von dem aber dochnur gelegentlich die Rede war. Diese„ Schreinermalereien" vor alleman Kirchendecken, an Kirchengestühlen und-Emporen, aber auch anRaumvertäfelungen und Möbeln, hat man wohl immer als eine Artvon Seitenzweig der Volkskunst aufgefaßt, ohne sich ihre ganz spezi-
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