Jahrgang 
71 (1968) / N.S. 22
Einzelbild herunterladen
 

Lothar Hoffmann- Erbrecht, Die russischen Volkslieder in Mus-sorgskis Boris Godunov"; Pál Járdányi, Die Volksmusik in BartóksKunst; Ernst Klusen, Zur Typologie des gegenwärtigen Jugendliedes;Doris Stockmann, Hörbild und Schallbild als Mittel musikethnologi-scher Dokumentation; Erich Stockmann, Neue Beiträge zur Erfor-schung der europäischen Volksmusikinstrumente; Ernst Emsheimer,Ein giljakisches Schallgerät; Franz Zagiba, Von der keltischen Carnyx Izum Alphorn; Walther Wünsch, Zur Geschichte der Streichinstrumentedes Südostens; Felix Hoerburger, Auf dem Weg zur Großform.Beobachtungen zur instrumentalen Volksmusik der südlichen Balkan-völker; Lajos Vargyas, Totenklage und Vorgeschichte der Ungarn;Benjamin Rajeczky, Ost und West in den ungarischen Klageliedern;Karel Vetter1, Zur Klassifikation und Systematisierung der Volks-weisen im westlichen Karpathenraum; Jan Steszewski, Die Apokope,eine Eigentümlichkeit im Volksliedervortrag; Wolfgang Wittrock,Zum melismatischen Singen der Wolgadeutschen; Wolfgang Suppan, in der wyf. Wer ich ein edler Falcke". Die Aufzählung dieser 20 Bei-träge soll nicht besagen, daß nicht andere Artikel dieser Festschrift auchnoch volksliedkundliche Hinweise enthalten können. Das ist beispiels-weise bei der kleinen Studie von Karl Michael Kom ma, Das Scherzo"der 2. Symphonie von Johannes Brahms, der Fall. Aber auch Beiträge,die sich mit außereuropäischer Volksmusik beschäftigen( beispielsweisevon Walter Graf oder von Fritz A. Kuttner) wird man mit Gewinnzur Kenntnis nehmen.

Im ganzen also ein sehr gewichtiger Sammelband, den man auch vonvolkskundlicher Seite her wird wohl beachten müssen.

Dünninger

Leopold Schmidt

Eberhardund Dorothee Kiesselbach,Bayerische Literaturgeschichte in ausgewählten Beispielen.( II. Band)Neuzeit. 412 Seiten, mit zahlreichen Abb. auf Tafeln. München 1967,Süddeutscher Verlag. DM 44,-.

Wir haben auf dieses bemerkenswerte Werk bereits bei Erscheinendes I. Bandes( ÖZV XX/ 69, 1966, S. 157 f.) hingewiesen. Der nunmehr vor-gelegte II. Band erweist sich wieder als eine reichhaltige Sammlung vonkenntnisreichen Beiträgen, von einem der Hauptmitarbeiter, Hans Pörn-bacher, knapp eingeleitet. Er hat auch die vierteilige Einführung,, Literatur in Bayern von 1550 bis 1950" geschrieben, mit drei Kapitelnüber die jeweils stammesgebundene ältere Literatur der Altbayern,Schwaben und Franken, und mit einer generellen Überschau über dieüberstammlich und großstädtisch werdende Literatur des 19. und 20. Jahr-hunderts.

Nun folgen die einerseits Altbayern, anderseits Schwaben undFranken gewidmeten Großabschnitte( jeweils von 1550 bis 1800) reichend.Da begegnen zunächst für die wichtige Literatur der Gegenreformationmaßgebende Männer: Agidius Albertinus( von Eberhard Dünninger),Jeremias Drexel( von Karl Pörnbacher), Jacob Bidermann( von KarlDachs) und Vertreter der Hochbarockzeit wie Jacob Balde,( von Ger-linde Lamping) und Andreas Brunner( von Eberhard Dünninger).Die Passionsdialoge Brunners führen zu dem Beitrag von Hans Moser Zur Entwicklung der barocken Passionsspiele in Altbayern" über,eigentlich dem einzigen ganz volkskundlichen Artikel des Bandes. Alsein gewisses Gegenstück dazu könnte man höchstens den Artikel vonKarl- Sigismund Kramer Komm, ich will Fasnacht mit dir halten!"

52