Jahrgang 
71 (1968) / N.S. 22
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Die hauptamtliche Betreuung der Heimatmuseen durch staatlicheDenkmalpfleger in Süddeutschland brachte einen weiteren Gewinn.Männer, wie der mit der Volkskunst innerlich verbundene Josef MariaRitz in München und dessen Nachfolger im Bayerischen Landesamt fürDenkmalpflege Torsten Gebhard haben die Forschung weit voran-getrieben und wesentlich bereichert. Der Autor unseres Buches bekennt,daß er namentlich den Forschungen von Ritz, dessem Andenken er seinBuch gewidmet hat, viele Einsichten in die Materie verdanke. Dem Bei-spiel der eben Genannten folgten jüngere Forscher wie Otto Bramm.Karl Rumpf, Max Kieslinger, Franz Lipp und jüngst Franz Colleselli.Der nun folgenden Darstellung der einzelnen Möbellandschaftenstellt der Verfasser ein 26 Seiten umfassendes Kapitel mit der Über-schrift Hausen und Wohnen" voran. Er hält es für die Beurteilungund Kunde vom bäuerlichen Möbel für unumgänglich, sich vom ober-deutschen Bauernhaus, von dessen Entwicklung und räumlicher Ein-teilung eine klare Vorstellung zu machen, und so setzt er sich bei derErörterung der einzelnen Möbellandschaften eingehend über derenHausformen auseinander. Im Kapitel Hausen und Wohnen wird nursummarisch der Unterschied zwischen dem oberdeutschen und demniederdeutschen Haus berührt und dabei auch der Frage nach der Zahlder Feuerstätten große Aufmerksamkeit geschenkt.

Die überlieferten Wohngewohnheiten der behandelten Gebiete wer-den unter den Gruppenbezeichnungen Weilen und Rasten, Kochenund Essen", Liegen und Schlafen", Verwahren und Prunken" zu-sammengefaßt und erörtert. Den Wohngewohnheiten schließt sich einAbschnitt über die Möbeltraditionen an, worunter der Autor jene Kom-plexe von Stoffwahl, Formgebung und Ausschmückung" versteht, diein ganz anderen Verbindungen geschichtlicher und räumlicher Art ent-standen sind oder doch gewirkt haben können, als die Einzelzüge derWohngewohnheiten". In diesem Satz steckt der Schlüssel zur Betrachtungder formalen und dekorativen Erscheinung der Bauernmöbel. In diesemZusammenhang kommt dem Werkstoff wesentliche Bedeutung zu.

Im weiteren schenkt der Verfasser der nicht ganz einfachen Fragenach der Abgrenzung von Möbelformen größere Aufmerksamkeit, wobeier weite Räume Europas, beziehungsweise die angrenzenden Rand-gebiete seiner Darstellung im Süden, Westen und Osten in seine Ge-dankengänge und Feststellungen miteinbezieht und rückblendend zumTeil bis ins 15. Jahrhundert ausgreift. Schließlich wird der allgemeineeinführende Text mit einem Blick auf die Auszier der Möbel beschlossen,wobei die Gruppe der Braut- und Hochzeitsmöbel besonders heraus-gehoben wird, die in katholischen Gegenden vielfach_Gnadenbilder undVolksheilige, manchmal auch Szenen aus dem Alten Testament als Bild-schmuck bevorzugen.

Der Hauptteil des Buches ist den Möbellandschaften gewidmet.Dreißig volkskundlich wie stilistisch als Sondergruppen anzusprechendeGebiete werden hier ausführlich behandelt, vom Elsaß bis zum Burgen-land und von Oberfranken und der Rhön bis nach Südtirol. Der Erörte-rung der einzelnen Landschaften werden fallweise historische und kultur-geschichtliche Hinweise vorangestellt, dann die Bauernhausformen kurzcharakterisiert, Stuben und Öfen miteinbezogen und dann die Möbel,Stubenkredenzen, Tische und Stühle, die Schränke, Truhen, Wand-kästchen, Küchenschränke und Almer, schließlich die verschiedenenFormen von Liegemöbeln eingehend in bezug auf ihre formale unddekorative Gestaltung behandelt. Das Gesagte wird oft noch durch Hin-

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