Jahrgang 
71 (1968) / N.S. 22
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Literatur der Volkskunde

Leopold Schmidt, Bauernmöbel ans Süddeutschland, Österreichund der Schweiz. Wien, Forum Verlag, 1967. 200 Seiten, 136 Bild-tafeln, davon 42 farbig, Register. S 348,-

Der schriftstellerisch ungemein fruchtbare und durch ein ausgebrei-tetes Wissen auf volkskundlichem Gebiete ausgezeichnete Direktor_desÖsterreichischen Museums für Volkskunde in Wien, Univ.- Prof. Dr. Leo-pold Schmidt, hat seine Fachkollegen und die Freunde der heute wie-derum so geschätzten bäuerlichen Möbel mit einer ansehnlichen und sehrhübsch ausgestatteten Veröffentlichung in Buchform über obigen Gegen-stand beschenkt. Sie behandelt in 30 Abschnitten die im volklichen Sinneals süddeutsch bezeichneten Möbellandschaften unter Ausklammerungdes norddeutschen Raumes, berücksichtigt jedoch auch die ehemaligendeutschen Randgebiete im Süden, Westen und Osten. Der Textteil umfaßtnicht weniger als 190 Seiten( Großquart), wozu noch 17 Seiten Literatur-nachweise und Register folgen.

Wenn sich auch der Verfaser auf das seit einigen Jahrzehnten ziem-lich angewachsene wissenschaftliche Schrifttum zum Thema stützenkonnte, so war ihm, wie aus dem Vorwort zu entnehmen ist, doch sehrdaran gelegen, das Material in der Landschaft, an Ort und Stelle soweitals möglich kennen zu lernen. Es waren vor allem die vielen kleinerenund größeren musealen Sammlungen, die ihm neben der ansehnlichenMöbelsammlung seines Wiener Volkskundemuseums das zum Teil bereitswissenschaftlich durchforschte, teils noch weniger beachtete Material dar-boten, auf denen seine Arbeit fuẞt.

Bei dem räumlichen Umfang des behandelten Gegenstandes war esklar, daß die einzelnen Möbellandschaften nicht von Ort und Ort erwan-dert werden konnten, wie dies z. B. in manchen Tälern Tirols von Hauszu Haus seitens des Rezensenten vor Jahren geschehen ist. Dieser Vor-gang gestattete dann auf Grund eines sehr reichen, topographisch nach-weisbaren Materials von Talstilen zu sprechen und deren Entwicklungan Hand von datierten Objekten darzustellen.

Beim Durchblättern und Betrachten der vielen schönen, vorzüglichgedruckten Abbildungen des Schmidtschen Buches legte der Unterzeich-nete sich immer wieder die Frage vor, ob das betreffende Möbel alsTypus für eine bestimmte Gegend zu betrachten sei oder ob es sich umeine volkstümliche Einzelleistung eines dörflichen Handwerkers handle.Im letzteren Falle schiene es ihm nicht ganz gerechtfertigt, von Möbel-landschaften zu sprechen.

Abgesehen von wenigen Beispielen altertümlicher, schwer zu datie-render, vielleicht noch aus der Frühzeit und der Mitte des 16. Jahr-hunderts stammender Möbel werden uns in dem Buche nur Blankholz-oder bemalte Möbel des 17. bis 19. Jahrhunderts vorgeführt. Sind es nurBauernmöbel? Gewiß zum Großteil, wenngleich nicht aus den Händendes Bauern hervorgegangen, sondern von gelernten dörflichen Hand-werkern, Tischlern und Malern. Manchmal wird auch ein geschickter

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