Jahrgang 
70 (1967) / N.S. 21
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Auch die Stühle( Sessel), soweit solche bei besseren Bauernin Gebrauch standen( Abb. 5)( etwa zwei in der Ehekammer),während man sich sonst allgemein der Bänke bediente, weisenin ihrer beschnitzten oder bemalten Lehne den Zierat des Zeit-stiles auf. Hingegen sind die niedrigen, ausgespreizten Tische mitFußleisten, bzw. deren Tischplatten meist glatt und in Naturholzbelassen, da sie ja doch entweder mit einer weiß- roten Leinen-Kreuzstich- oder einer bunten Defreggerdecke verhängt waren.

Kleinste örtlich gebundene Sonderformen im OsttirolerBauernmöbel kann man vielleicht im stets unbemalten und natur-belassenen, einfachen Villgratermöbel, dann im besonders reichbemalten, prächtigen Anraser- und Tilliachermöbel sowie dendortigen Bauernstuben( ein und dieselbe Gerichtsherrschaft), inden stilgebundenen bürgerlichen Bauernmöbeln des Lienzer Tal-bodens und in den meist wieder naturbelassenen aber öftersgeschnitzten Defreggertruhen( Kasten wurden weit weniger ver-wendet) beobachten.

Auch einzelne Werkstätten des alten Bauernmöbels, derenStrahlungsbereich allerdings erst näher erforscht werden müßte,kann man sowohl stilgeschichtlich wie überlieferungsmäßig heutenoch erkennen, so z. B. die des Lienzer Kunsttischlers und Schnit-zers der Sakristeischränke des Franziskanerklosters( Abb. 8a), derKirchenstühle des alten Spitales 5)( Perlmuttereinlage) und ver-schiedener Barockaltäre Adam Egger um die Mitte des 18. Jhs.und Adam Kopfgueter als Math. Hackl in der 2. Hälfte des17. Jhs. 6) Ebenso bekannt ist der Gorgitischler" aus Ried- Anras,Ende des 18. und Anfang des 19. Jhs., der unter anderem auchden Hochaltar der Rieder Kirche im klassizistischen Stile errich-tete und seine Brautkästen meist mit den Namen der Besitzer( Kollreiderin, Kontschiderin, Gütl etc.) versah. Der Kalser Tisch-ler Füger" hat sich in der 1. Hälfte des 19. Jhs. in Schloß Leng-berg bei Nikolsdorf niedergelassen und stellte dort neben länd-lich bürgerlichen auch richtige Kunstmöbel im Biedermeierstil mitSchablonenbrandmalerei( franziszeische Kaiserbilder u. a.) fürdie Angerburg in Lienz her, die mit seinem eigentlichen Namen Josef Steiner 1842" sogar signiert und datiert sind. Für denAscher Tischler" um die Mitte des 19. Jhs. hinwiederum sind dieblumenreichen, barock aufgewölbten Schränke und prächtigenStubengetäfel von Anras- Winkel typisch, während der nach Wien

5) Franz Kollreider, Osttirol. Innsbruck 1952. Darin OsttirolerKunst, S. XXVIII.

6) Josef Weingartner, Die Kunstdenkmäler Osttirols. Innsbruck1958. s. Aßling.

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