die Zierleisten zu Beginn des 17. Jhs. noch den gotischen Spitz-und später den runden Renaissancebogen( Abb. 5); im 18. Jh.zeigen Tür- und Truhenfelder den geschwungenen und verkröpf-ten Barockrahmen und ebensolche Eckpilaster mit Säulen zumUnterschied vom geraden Stabrahmen- und Zahnschnittmuster amGesimse der Empirekasten des ersten Viertels des 19. Jhs. Um dieMitte desselben, der höchsten Blüte des Bauernmöbels in Osttirol,schwingen dann Türen und Gesimse der Kasten noch einmalbarock in die Höhe und Weite, nun mit überreicher Bemalungdes ganzen Stückes( Abb. 11), während am Beginne unseres Jahr-hunderts die Bemalung einer einfachen Kammstrich- Zeichnungweichen mußte. Daneben entstanden damals im Zeitalter derRomantik auch ganz erlesene Stücke im neugotischen, neubarok-ken und Neurenaissancestil wie Schränke im Privatbesitz oderdas Stubengetäfel im Lienzer Schießstand zeigen. Noch immer aberwurden daneben die Bauernmöbel vom Bauerntischler im letz-ten biedermeierlichen Stile hergestellt und seit dem zweiten Welt-kriege erleben wir sogar eine Erneuerung dieses bemalten Möbels,welchem sich die bäuerlichen Volksschichten und ländlichen Frem-denbetriebe immer mehr zuwenden. Sie leisten auf diese Weisedem Fabriksmöbel einiger Großfirmen in Österreich gesundenWiderpart.
In meinen rund 100 Dias von Osttiroler Bauernmöbeln befin-den sich, wie schon gesagt, fast alle Varianten des Tiroler oderÖsterreichischen Bauernmöbels von der Stollen- und Giebeltruhebis zur zwei- und dreifeldrigen Sockeltruhe mit Schubladen undohne diese; zum Teil mit Kerbschnitzerei oder Schablonen- undSchwarzlotmalerei verziert( Abb. 6); in Groß-, Mittel- und Klein-truhen( Urkundentrüherln)( Abb. 13) sowie Kleinsttruhen( Schmuckbehälter) differenziert.
Es gibt den eintürigen Kasten ebenso wie den doppeltürigenSchrank( Abb. 8) mit zwei bzw. drei Feldern, gemalt oder leisten-gerahmt, davon wieder solche mit und ohne Schubladen im Sockel,mit und ohne Aufsatz im Giebel, teils mit handgeschmiedetenEisen-, teils mit Messingbeschlägen, dazu das aufhängbare oderauch eingebaute Wandkästchen( Medizin- oder Briefkasten), denApotheker- Schubladen- oder Samenkasten( Abb. 12) sowie Sakri-steischränke und Orgelkästen.
Die einspännigen und doppelspännigen Bettstätten, dasbräutliche Himmelbett und die sargähnlichen Kinderbettkistengesellen sich zu Bettstätten mit geradem Abschluß an der Kopf-seite und solchen mit kunstvollem Aufsatz an derselben( Abb. 7),der ein Madonnenbild oder das des Christkindes umschließt.
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